Wärmequelle Grundwasser – Einsatz, Kosten, Wirtschaftlichkeit

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Die Idee, Grundwasser für die Wärmegewinnung in den eigenen vier Wänden zu nutzen, hört sich im ersten Moment verlockend an. Schließlich sind Grundwasserflüsse fast überall in relativ geringen Tiefen vorhanden, die Erschließungskosten somit gering und die Betriebskosten ebenso. Wie effizient eine Grundwasser-Wärmepumpe arbeitet, hängt jedoch stark von Wasserqualität und -menge ab.

Voraussetzungen
Bevor das Unternehmen Grundwasser-Wärmepumpe in Angriff genommen wird, sollte eine Wasseranalyse Aufschluss über die Qualität des Grundwassers geben. Verunreinigungen und eventuell vorhandene Feststoffe beeinflussen die spätere Pumpenleistung. Zudem spielt auch die Grundwassermenge eine entscheidende Rolle für die Wirtschaftlichkeit. Lassen die Gegebenheiten das Bohrvorhaben der beiden Brunnen (Förderbrunnen und Schluckbrunnen) zu, so kann die Anlage neben der Wärmegewinnung für Brauchwasser und Heizung auch mit weiteren Zusatzbauteilen aufgerüstet werden. Hiermit lässt sich das Grundwasser dann ebenfalls um die Faktoren „Kühlen“ und „Lüften“ erweitern.

Betriebskosten
Neben den Kosten für die Erschließung fallen für eine Grundwasser-Wärmepumpe dann während des Betriebs nur noch die Stromkosten für den Pumpenbetrieb an. Diese richten sich zum einen nach der zu beheizenden Fläche und Gebäudedämmung und zum anderen nach der Effizienz des Heizsystems. Niedertemperatursysteme, wie Fußbodenheizungen oder Flächenheizkörper mit geringen Vorlaufzeiten, arbeiten dabei energetischer, als beispielsweise Radiatoren. Als Faustregel kann gelten, dass pro einem Grad höherer Vorlauftemperatur die Betriebskosten um 2,5 Prozent steigen.

Einsatzmöglichkeiten
Im Gegensatz zu Lüftungssystemen, die der Luft die Wärme für die Energiegewinnung im Eigenheim entziehen, lassen sich Grundwasser-Wärmepumpen auch im Altbaubereich gut nachrüsten. Unter Umständen kann sich das neue Heizsystem auch in das bestehende einbinden lassen, was einen kompletten Heizkörpertausch unnötig macht und somit Kosten spart. Auch bereits vorhandene Brunnenanlagen können, eine entsprechende Wasserqualität und Menge vorausgesetzt, mit eingebunden werden. Das spart ebenfalls Kosten für die Erschließung der Wärmequelle. Nichtsdestotrotz muss auch im Altbaubereich auf eine gute Dämmung geachtet werden, damit das System kostengünstig und somit wirtschaftlich arbeitet.

Judith Schomaker

 

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