Wärmetransport für überschüssige Wärme

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Überschüssige Energien werden zu mobiler Wärme.
Abwärme aus Biogas künftig auch mobil. BMUB fördert Modellprojekt des Landkreises Landsberg.

Das Projekt „Mobiler Wärmetransport“ hat den Projektträger Jülich überzeugt. Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums werden Fördergelder von 1,3 Millionen Euro für mobile Wärme investiert. Damit unterstützt das Umweltministerium den Landkreis Landsberg bei der Umsetzung. Bei dem Projekt wird ein mobiles Wärmeversorgungssystem aus überschüssiger Wärme aufgebaut. Die Wärme nicht vernetzter Biogasanlagen im Landkreis wird mit Hilfe von Containern flexibel verteilt.

Wie kann überschüssige Wärmeenergie durch abgelegene Biogasanlagen sinnvoll genutzt werden? Um diese Frage zu beantworten, fördert das Bundesumweltministerium nun das Modellprojekt „Mobiler Wärmetransport“ des Landkreises Landsberg. Die Idee, die Abwärme von Biogasanlagen in Containern zu speichern und per Lastwagen dorthin zu liefern, wo sie gebraucht wird, wurde bereits vergangenes Jahr vorgestellt. Dazu wird ein sogenannter Latentwärmespeicher eingesetzt. Das ist ein Container, der auf einem fahrbaren Gestell fest montiert ist. Die im Container gespeicherte Wärme wird beim Verbraucher entladen und dem Heizsystem zugeführt. So kann neben der Einsparung von Heizöl oder Gas auch die CO2-Bilanz verbessert werden. Denn für den Transport der Wärme werden nur ein bis zwei Prozent der eingesparten Energie benötigt.

In der Umgebung von Landsberg und Dießen befinden sich mehrere Biogasanlagen. Allerdings fällt bei den Meisten von ihnen ungenutzte Energie an. Das Gebiet des Landkreises ist jedoch zu groß, die Entfernungen zu weit, um potentielle Nutzer über Fernwärmenetze einzubinden. Der Bau eines Wärmenetzes wäre schlicht nicht wirtschaftlich. Um die überschüssige Wärme trotzdem nutzbar zu machen, musste ein kreatives Projekt her.

Das begrüßt auch die Bundesumweltministerin, Barbara Hendricks: „Um den Klimaschutz in allen Regionen voranzubringen, müssen wir mitunter auch ungewöhnliche und kreative Wege gehen, um vorhandene Wärme so effizient wie möglich zu nutzen. Das Prinzip der mobilen Wärme, das im Landkreis Landsberg am Lech umgesetzt werden soll, kann eventuell auch als Modell auf andere ländliche Regionen übertragen werden.“

Die Lösung sind mobile Container, in denen die überschüssige Wärme gespeichert wird. Sie sind mit Natriumacetat gefüllt und können so als Speichermedium dienen. Die gespeicherte Wärme wird zu potentiellen Nutzern gefahren. So werden nun etwa ein Seniorenwohnheim sowie ein Gymnasium durch Wärme aus Biogasanlagen beheizt. Trotz der zu erbringenden Transportleistung sollen so jährlich bis zu 600 Tonnen CO2 eingespart werden, da kein Heizöl oder Gas mehr genutzt wird.

Quelle: BMUB