Abgas-Skandal: Auch Zulieferer Bosch angezeigt

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VW-Abgas-Skandal - Klagewelle
VW-Abgas-Skandal - Klagewelle

Die Klagewelle wegen des Abgas-Skandals gegen die angeschlagene Volkswagen Gruppe nimmt kein Ende. So seien seit Bekanntwerden der Vorwürfe vor gut zweieinhalb Monaten nahezu 500 solcher Klagen bei Gerichten aller US-Bundesstaaten eingereicht worden, berichteten mehrere Medien. Neben Volkswagen und seiner Tochterfirmen ist nun auch Zulieferer Bosch ins Visier der US-Justiz geraten. Bosch wird vorgeworfen, mit VW an einer Verschwörung teilgenommen zu haben.

Im September war die US-Umweltbehörde EPA mit der Nachricht an die Öffentlichkeit gegangen, VW habe bei vielen seiner Dieselfahrzeuge eine illegale Software eingebaut, mit der die Abgaswerte gezielt manipuliert wurden. VW räumt die Vorwürfe schnell ein und muss seitdem die wohl schlimmste Krise in der Unternehmensgeschichte bewältigen. Es hagelte zahlreiche Schadenersatzklagen.

Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung sind allein in den USA bereits mehr als 500 Sammelklagen gegen VW und dessen Tochterunternehmen eingegangen. So ist die Audi AG dem US-weiten Gerichtsinformationssystem Pacer zufolge in 120 Fällen Beklagter und gegen Sportwagenbauer Porsche liegen 22 Klagen vor. Auch gegen den früheren VW-Chef Martin Winterkorn und den US-Chef des Wolfsburger Unternehmens Michael Horn persönlich richten sich einige der Klagen. Die Kläger sind zumeist Privatpersonen und Unternehmen, es sind jedoch auch Kommunen und Hochschulen darunter. Sie werfen dem Volkswagen-Konzern Betrug und Täuschung vor und fordern Schadensersatz in Milliardenhöhe.

Am Montag wurde nun auch gegen den VW-Zulieferer Bosch eine Sammelklage eingereicht. Der Vorwurf: Bosch habe zusammen mit Volkswagen an einer „Verschwörung“ teilgenommen. Die Klageschrift verweist ausdrücklich auf Berichte deutscher Medien vom September, wonach Bosch im Jahre 2007 VW vor der Benutzung seiner Software als illegale Abschalteinrichtung gewarnt habe. Bosch habe aber trotz dieser Warnung die Software ausgeliefert und folglich von den mutmaßlichen Rechtsverstößen durch Volkswagen profitiert. Bosch lehnte einen Kommentar zu den Vorwürfen ab und verwies auf ein Statement vom 24. September, in dem das Unternehmen jegliche Mitverantwortung am Abgas-Skandal vehement von sich gewiesen hatte.

In New Orleans berät derzeit ein Gremium von Richtern, an welchem US-Gericht die Sammelklagen zusammengeführt werden sollen. Einige der Kläger sprechen sich für die Autostadt Detroit aus, wo die Richter viel Erfahrung mit Klagen gegen Automobilkonzerne haben. Im Gespräch sind aber auch die Bundesstaaten Virginia und Kalifornien, dessen Umweltbehörde den Skandal aufgedeckt hatte.

In den USA zeigen sich mittlerweile auch die direkten Folgen für das Geschäft des Wolfsburger Autobauers. So brach der Absatz der Kernmarke im November knapp um ein Viertel ein. Vor allem die Modelle VW Jetta und Passat wurden deutlich weniger gekauft. Aufgrund dieses Verlusts und des Imageschaden stufte die Ratingagentur Standard & Poor’s jetzt die Kreditwürdigkeit des Konzerns herab: von „A-“ auf „BBB+. Neue Kredite werden für VW demnach in Zukunft deutlich teurer.

Quelle: Presseportal

 

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