Vattenfalls Neuerfindung: 5,5 Milliarden für die Windkraft

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Vattenfall investiert in Windenergie

Der Energiekonzern Vattenfall plant Milliardeninvestitionen in den Bereich Erneuerbare Energien. Der schwedische Staatskonzern will die Stromerzeugung mit Windkraft in den nächsten Jahren verdoppeln und komplett aus der Energieerzeugung mit der schmutzigen Braunkohle aussteigen. Für das unrentabel gewordene Braunkohlerevier in der Lausitz seien bereits mehrere Investoren gefunden, drei aus Tschechien und ein deutsches Unternehmen. Der Käufer soll spätestens im Sommer 2016 feststehen.

 

Nach dem erfolgreichen Weltklimagipfel in Paris wird immer deutlicher, dass sich die Zeit der fossilen Energieerzeugung dem Ende zuneigt. Überall auf der Welt wird immer mehr Erneuerbare Energie genutzt und immer mehr Kohlekraftwerke werden stillgelegt.

Für die Energiekonzerne ist dieser Umstand eine enorme Herausforderung. Über viele Jahrzehnte wurde mit den fossilen Brennstoffen ein Milliardengeschäft eingefahren, zulasten des Klimas und der Umwelt. Die Erneuerbaren Energien spielten in diesem globalen Energieportfolio bis vor einigen Jahren noch eine kleine Nebenrolle. Mittlerweile allerdings sind sie konkurrenzfähig geworden, aus wirtschaftlicher Sicht, aber auch aufgrund der zunehmenden Brisanz des Klimawandels.

Der Klima- und Umweltschutz, im Energiesektor vor einigen Jahren noch eine überschaubare Bewegung, ist heute in der Gesellschaft angekommen. Immer mehr Menschen wollen sauberen Strom aus regenerativen Quellen und beziehen diesen bewusst. Auch die Politik verfolgt das Modell „German Energiewende“ mittlerweile weitaus ernsthafter und ambitionierter als noch vor einigen Jahren. Selbst Länder wie die USA, China und zuletzt sogar Indien, über Jahre vehemente Bremser der „Dekarbonisierung“, signalisieren ihren Willen, zum Ende des fossilen Zeitalters beizutragen.

Die Energiekonzerne versuchen nun, rechtzeitig auf diesen Zug aufzuspringen, um bei diesem begonnenen Wandel nicht am Ende als Verlierer dazustehen. Auch Vattenfall unternimmt derzeit größte Anstrengungen, sich an die veränderte Energiewirtschaft anzupassen. Erst im Herbst gab der Energieversorger bekannt, im zweiten Quartal 2015 Milliardenverluste erwirtschaftet zu haben. Als Konsequenz will Vattenfall seinen Fokus künftig verstärkt auf Erneuerbare Energien richten. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Montag berichtete, will der schwedische Staatskonzern bis zum Jahr 2020 insgesamt 5,5 Milliarden Euro in die Windenergie investieren. Das entspreche in etwa der Summe, die Vattenfall in den vergangenen zehn Jahren in Windkraft investiert hat.

Damit würde sich die aktuell installierte Leistung aller Onshore und Offshore- Windkraftanlagen Vattenfalls von etwa 2000 auf rund 4000 Megawatt verdoppeln. Ein Konzern-Sprecher bestätigte, der Aufsichtsrat des Konzerns habe in Stockholm ein entsprechendes Programm beschlossen. Dieses fokussiere sich auf die Länder Schweden, Dänemark, die Niederlande, Großbritannien und Deutschland. Zu konkreten Bauprojekten machte Vattenfall bisher allerdings keine Angaben.

Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien versucht Vattenfall derzeit die zunehmend perspektivlosen und unrentablen Braunkohle-abbaugebiete und -Kraftwerke loszuwerden. Vattenfall will in Deutschland komplett aus dem Geschäft mit dem fossilen Brennstoff aussteigen. Für seine zum Verkauf stehenden Braunkohlereviere in der Lausitz sucht der Konzern schon seit Monaten nach einem Käufer. Nachdem die Umweltschutzorganisation Greenpeace letzten Monat aus dem Verkaufsprozess ausgeschlossen wurde (CEP berichtete), sind aktuell noch drei tschechische und ein deutsches Unternehmen im Gespräch.

Die deutsche Firma soll Insidern zufolge der Essener Energieversorger Steag sein. Laut einem Bericht der Westdeutsche Allgemeine Zeitung habe der fünftgrößte deutsche Energieversorger einen dreistelligen Millionenbetrag für das Braunkohlerevier Vattenfalls geboten. Steag selbst wollte dazu bisher keine Angaben machen. Wie viel die tschechischen Unternehmen geboten haben, ist derzeit nicht bekannt. Der Wert der Braunkohlesparte Vattenfalls wird teilweise auf fast drei Milliarden Euro geschätzt. Die politische Diskussion um die Stilllegung deutscher Braunkohlekraftwerke dürfte den Wert des Lausitzer Reviers jedoch verringert haben. Diese Diskussion hatte zuletzt auch den Verkaufsprozess ins Stocken gebracht. Vattenfall wollte eigentlich bereits 2015 verkaufen. Jetzt soll der Käufer in der ersten Hälfte des kommenden Jahres feststehen.

Quelle: FAZ 

 

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