USA wollen im Atlantik nach fossilen Rohstoffen bohren

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USA planen Bohrungen an der Atlantik-Küste

Erst vergangenen November traf sich der amerikanische Präsident Barack Obama mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping um über den Klimaschutz zu sprechen und China zu einem gemeinsamen Klimaschutzabkommen zu bewegen. Obama sagte damals, er wolle erreichen, dass die Treibhausgas- Emissionen des USA bis zum Jahr 2025 gegenüber 2005 um 26 bis 28 Prozent reduziert werden. Beobachter nannten dieses Versprechen damals einen historischen Schritt. Nun wurde allerdings bekannt, das die Regierung Obama offenbar plant, den atlantischen Ozean erstmals für die Öl- und Gasförderung freizugeben. Das hätte fatale Auswirkungen auf die globale Erwärmung.

Noch 2010 hatte Obama sich strikt gegen eine Öffnung des Atlantiks zur Förderung fossiler Rohstoffe ausgesprochen. Das war kurz nach der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko. Damals hatte die Regierung Tiefseebohrungen sogar verboten. Doch das Verbot wurde aufgehoben und nun scheint alles vergessen zu sein. Auch in den arktischen Gewässern rund um Alaska sollen Gebiete zur Ausbeutung der Ressourcen entstehen.

Erst letzte Woche sagte Obama, keine Herausforderung sei für künftige Generationen eine größere Bedrohung als der Klimawandel. Doch mit einer Förderung von Öl und Gas im Atlantik würden neben der Gefahr weiterer Öl- Katastrophen und der Schädigung vieler Meereslebewesen erneut riesige Mengen an Treibhausgasen frei. Der plötzliche Kurswechsel sorgt unter Klima- und Umweltschützern für Verwirrung.

Miyoko Sakashita vom „Center for biological Diversity“ schrieb gestern in der „Huffington Post“, sollten die fossilen Ressourcen im Atlantik ausgebeutet und verbrannt werden, könnten 15.8 Milliarden Tonnen CO2 freigesetzt werden. Das sei soviel, wie durch den gesamten Transportsektor der USA in neun Jahren verursacht werde. Das Klimaziel Obamas, das 2014 noch als historischer Schritt bezeichnet wurde, droht damit in weite Ferne zu rücken. Sakashita sagte dazu, der Kurs Obamas bringe die USA in Sachen Klimaschutz in die völlig falsche Richtung.

Erst kürzlich veröffentlichten Forscher des University College London eine Studie, die zeigt, dass allein 90 Prozent der fossilen Ressourcen der USA im Boden bleiben müssten, um die globale Erwärmung auf das beim Klimagipfel 2010 vereinbarte Maß von zwei Grad Celsius zu begrenzen. Klimatologen gehen davon aus, dass der Anteil an CO2 in der Atmosphäre nicht mehr als 350 ppm (Teile pro Millionen) betragen darf, damit sich die Durchschnittstemperaturen bei rund 1,5 Grad über dem vorindustriellen Temperaturniveau stabilisieren. Heute sind es jedoch schon 399 ppm und jedes Jahr steigt der Anteil um weitere zwei ppm.

Die Regierung Obamas fährt nach Ansicht vieler einen seltsamen Kurs. Einerseits fördert sie den Ausbau der erneuerbaren Energien und nennt den Klimawandel eine große Bedrohung, andererseits macht sie durch ihre Politik den Weg frei für den Ausstoß von immer mehr Treibhausgasen und trägt so mit Schuld an der globalen Erwärmung. Um wirklich etwas zu bewirken, müssten die Gebiete im Atlantik unberührt bleiben. Doch leider scheint es die traurige Wahrheit zu sein, dass der Klima und Umweltschutz in den USA für den Hunger nach fossilen Rohstoffen hintenan stehen muss.

 

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