USA kündigen Pariser Klimaabkommen auf

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USA kündigen Pariser Klimaabkommen auf. Foto: ©Bloomberg via Getty Images
USA kündigen Pariser Klimaabkommen auf. Foto: ©Bloomberg via Getty Images

Trump macht ernst. Die Vereinigten Staaten wollen sich aus dem Pariser Klimaabkommen zurückziehen. Das erklärte der US-Präsident in einer Rede am Donnerstag. Mit sofortiger Wirkung würden die USA sämtliche Maßnahmen einstellen, die zur Erfüllung der Pariser Vertragsziele beitragen. Gleichzeitig forderte Trump eine Neuverhandlung des Abkommens. Italien, Frankreich und Deutschland erteilten dieser Forderung bereits eine Absage. Dies teilten die entsprechenden Regierungschefs in einer gemeinsamen Erklärung mit.

 Die deutschen Umweltverbände sehen die europäischen Länder nun mehr denn je in der Pflicht. Gerade Deutschland hat jetzt wieder seine Vorreiterrolle einzunehmen. Insbesondere der Kohleausstieg müsse noch stärker forciert werden, so Olaf Tschimpke vom Naturschutzbund NABU: „Mit seiner Haltung steht Trump zunehmend allein auf weiter Flur. Als Leugner des Klimawandels, der blind auf die sinkenden Schiffe Öl und Kohle vertraut, ist er schon längst international isoliert. Die Weltgemeinschaft hat sich auf den richtigen Weg gemacht: Ein Staat nach dem anderen steigt aus der Kohle aus und erneuerbare Energien sind weltweit auf dem Vormarsch. Mit dem Ausscheiden der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen wird die Weltgemeinschaft in der Klimapolitik nur noch enger zusammenrücken, getreu dem Motto: Jetzt erst recht.“

Auch im eigenen Land stößt die Entscheidung des US-Präsidenten auf Kritik. Selbst seine Berater halten sie für falsch. Tesla-Gründer Elon Musk will sich beispielsweise aus Trumps Beraterstab zurückziehen. Auch die amerikanische Wirtschaft hat sich inzwischen zu großen Teilen auf eine treibhausgasneutrale Zukunft eingestellt. Mit Trumps Entscheidung schaden sich die Vereinigten Staaten vor allem selbst.

In einer Presseerklärung teilte auch Bundesumweltministerin Hendricks ihr Bedauern mit: „Größer als der Schaden für den internationalen Klimaschutz ist jedoch der Schaden für den Multilateralismus. Denn das Besondere an Paris ist ja, dass die Staatengemeinschaft beschlossen hat, eines der größten Weltprobleme dieses Jahrhunderts gemeinsam anzugehen. Aus diesem gemeinsamen Projekt hat sich die Trump-Regierung nun verabschiedet. Die US-Regierung vertut mit dem Ausstieg auch eine wertvolle Chance für eine zukunftsgerichtete Entwicklung der USA. Die USA schaden mit dieser Entscheidung vor allem sich selbst. Der internationale Klimaschutz wird weitergehen und sich von dieser Entscheidung nicht aufhalten lassen.“

Für Optimismus im globalen Kampf gegen den Klimawandel sorgen allerdings die Reaktionen aus dem Rest der Welt. Zwar hinterlassen die USA international ein regelrechtes Vakuum – vor allem auf der Führungsposition. Aber der Rest der Welt rückt nun noch enger zusammen. „In den vergangenen Wochen haben wir viele ermutigende Signale aus Europa, China, Russland, Indien, Kanada und vielen anderen Ländern bekommen“, führte Umweltministerin Hendricks weiter aus. Das Pariser Abkommen wird Bestand haben.

Quellen: BMUB , NABU