US-Forscher stellen Milchfolie her

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Umweltfreundliche Tüte
Umweltfreundliche Tüte

Forschern im Auftrag des US-Landwirtschaftsministeriums die Herstellung einer neuartigen Verpackung für Lebensmittel.  Dabei experimentierten sie mit verschiedenen Milchproteinen. Die neue Alternative zur herkömmlichen Plastikfolie ist nicht nur umweltfreundlich, sie lässt sich sogar mitessen.

Als Vorbild für die Forschung dient der erste Kunststoff der Geschichte. Das 1897 erfundene Galalith, dem ebenfalls Milch als Grundlage diente. Für ihre Bio-Folie nutzten die US-Forscher die in Milch enthaltenen Casein-Proteine. Sie verhalten sich ähnlich wie die Kohlenwasserstoffe im Erdöl und lassen sich in ein komplexes Netzwerk verdichten. Die neue Alternative soll Sauerstoff sogar um ein 500-faches besser von Lebensmitteln abhalten als das gängige Erdölpendant.

Diese Eigenschaft ist entscheidend, denn so bleibt der Inhalt lange haltbar. Bisher waren umweltfreundliche Alternativen wie beispielsweise biokompatibles Plastik, das aus Stärke hergestellt wird, sehr porös und eigneten sich kaum für Verpackungen. Ein ebenfalls häufig auftretendes Problem war das Abweisen von Wasser. Viele Versuche waren zu stark wasserdurchlässig und somit unbrauchbar. Dieses Problem konnten die Experten der ACS durch die Zugabe pflanzlicher Pektine lösen, Extrakte aus Zitrusfrüchten. Allerdings funktioniert auch das bloß bis eine bestimmte Maximaltemperatur erreicht ist.

Derzeit testen die Forscher noch die Anwendungsmöglichkeiten ihrer Bio-Folie. Käsescheiben, die einzeln verpackt werden, brauchen zum Beispiel übermäßig viel Plastik. Auch für Instant-Suppen oder selbstlöslichen Kaffee wäre die Alternative sehr gut geeignet. Die Casein-Verpackung würde sich ganz einfach im heißen Wasser mitauflösen. Künftig seien wohl auch Zusätze von Vitaminen, Aromen oder Nahrungsergänzungsmitteln denkbar. Auch als Ersatz von Plastiktüten soll sich die Casein-Variante eignen.

Für diese Anwendungen ist noch weitere Arbeit in der Forschung nötig. Die Eiweiße sind sehr komplex und reagieren noch sensibel auf die Weiterverarbeitung. Günstig sollte das Produkt außerdem sein, wenn es marktfähig und kommerziell nutzbar werden soll. Bis zur Marktreife ist also noch einige Zeit nötig, der erste Schritt aber bereits gemacht.

In jedem Falle wäre die neue Verpackung eine umweltfreundliche Alternative zum Plastik. Außerdem ist es ein großartiger Ansatz zur Lösung des weltweiten Müllproblems. Plastikmüll aus Verpackungen ist global eines der gravierendsten Umweltprobleme, allein in die Ozeane geraten Schätzungen zufolge über acht Millionen Tonnen Müll im Jahr. Da Plastik sich so gut wie gar nicht natürlich auflöst, integriert es sich immer stärker in die Nahrungsketten der Meeresbewohner und letztlich auch in unsere.

Quelle: ACS Publications 

 

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