„Unsere Welt steckt im Chaos“

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Meerschutz keine Priorität?
Trump stellt sich gegen den Meeresschutz

„Unsere Welt steckt im Chaos“, erklärte UN-Generalsekretär António Guterres bei einer Ansprache in Peking kurz vor Trumps Entscheidung zum Pariser Abkommen. „Es ist absolut unverzichtbar, dass wir das Abkommen von Paris umsetzen – und diese Pflicht mit erhöhtem Engagement erfüllen.“

Doch während die Vereinigten Staaten im Dezember 2015 noch zu denjenigen 195 Ländern gehörten, die mit einer Unterschrift im Pariser Abkommen versicherten, sich den Herausforderungen des Klimawandels zu stellen und hart für das Zwei-Grad-Ziel zu kämpfen, stellen sie das Abkommen jetzt infrage.

Denn seit Trump ist alles anders. Beim G7-Gipfel hatte sich der amerikanische Präsident geweigert, die Unterstützung der Vereinigten Staaten zuzusichern. Nun widersetzen sich die USA zusätzlich dem Aufruf zu mehr Meeresschutz. Bereits nächste Woche soll die United Nations Organisation (Uno) eine Erklärung zum Schutz der Ozeane abgeben, doch Trump macht nicht mit.

Zum Thema Schutz der Ozeane wird es nächste Woche in der Uno eher stürmisch zugehen. Schwedens Vizepräsidentin Isabella Lovin beschwert sich bereits über den Widerstand der Vereinigten Staaten, die Formulierungen eines Aktionsplans zum Thema Meeresschutz voranzubringen. „Ich glaube, ich kann sicher sagen, dass die Vereinigten Staaten an starken Formulierungen zum Klimawandel nicht sehr interessiert sind“, klagt sie.

Doch die Mitglieder seien nicht darauf vorbereitet, starke Formulierungen auszulassen, da dies von grundsätzlicher Bedeutung sei. Die Auswirkungen des Klimawandels beschrieb Lovin als „unermesslich“.

Daher sollen Trittbrettfahrer, die selbst nichts zur Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes tun wollen, zukünftig mit Zöllen bestraft werden. Bereits geringe Zölle könnten zu einer hohen Teilnahme am Klimaschutz führen. Doch schnell könnten diese Zölle auch als Vergeltungsmaßnahme gesehen werden, was sowohl für die internationale Zusammenarbeit als auch für den Klimaschutz keinen Vorteil bingen würden.

Doch vorerst bleiben Trumps umweltpolitische Entscheidungen abzuwarten – erst dann wird man offen über wirtschaftliche und politische Konsequenzen sprechen können.