Unbekannter will ohne Fallschirm aus Flugzeug springen

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Trinkwasser
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Ein Unbekannter will im Rahmen der sogenannten Death Challenge von einem Flugzeug aus über 15 Kilometer Höhe ohne Druckanzug, Sauerstoff und sogar ohne Fallschirm in ein Haifischgewässer springen. Der Springer, der anonym bleiben möchte, will durch die lebensgefährliche Aktion für ein Ende der Todesfälle durch verschmutztes Wasser werben. Das besonders perfide: Die Zuschauer werden abstimmen, ob sie den „Challenger“ retten wollen oder nicht. Bei genug Stimmen wird er Rettungsleinen bekommen, andernfalls ohne jeglichen Schutz auf dem Wasser aufschlagen. Das fragwürdige Spektakel soll online via Pay-per-View ausgestahlt werden.

„Wenn ihn die Welt nicht rettet, springt er dem sicheren Tod entgegen“. Mit diesem Motto wirbt das Unternehmen Death Challenge Inc. für die spektakuläre Aktion im Namen des Umweltschutzes. Gestern gab die Firma, die eigenen Angaben zufolge „wirtschaftlich nachhaltige Philanthropie“ betreibt, das offizielle Datum für die Live- Veranstaltung bekannt. „The Death Dive“, so der Name der Aktion, soll am Karfreitag, den 25. März 2016 stattfinden. Der Grund für diesem Termin sei der ebenfalls in diese Woche fallende Weltwassertag.

Um 14:33 Uhr deutscher Zeit will der „Challenger“, der anonym und maskiert bleiben wird, aus einem Flugzeug in über 15 Kilometern Höhe springen. Ohne Schutzmaßnahmen wie Druckanzug und Sauerstoff, versichert das Unternehmen. Am aufsehenerregendsten ist jedoch die Ankündigung, den Sprung ohne einen Fallschirm wagen zu wollen und dann in einem, laut Initiatoren, „Wasser voller Haie“ zu „landen“, insofern man bei so einem Sprung überhaupt das Wort „Landen“ verwenden kann.

Mit der Aktion will Death Challenge und der anonyme Springer für mehr Gewässerschutz weltweit und dem Ende der Todesfälle durch verschmutztes Wasser werben. Laut einer Unternehmenssprecherin liege dem Challenger das Thema sehr am Herzen. Der Challenger habe auch an einer beinahe tödlichen Krankheit gelitten, nachdem er auf seinen Reisen verschmutztes Wasser getrunken hatte. Laut Death Challenge sterben jedes Jahr rund zwei Millionen Kinder an den Folgeerkrankungen durch verschmutztes Wasser. Die Hilfsorganisation Caritas schätzt, dass etwa 10.000 Menschen täglich durch den Konsum von verseuchtem Wasser ums Leben kommen. Das sind knapp 3,7 Millionen im Jahr. Um sich dafür einzusetzen, dass dem ein Ende gemacht wird, sei der Springer dazu bereit, sein eigenes Leben zu riskieren.

Besonders diskussionswürdig ist der Einbezug der Zuschauer in das Spektakel: Die Menschen sollen selbst über die „Rettung des Challengers“ entscheiden können. Übertragen wird der Sprung live im Internet und nur an diejenigen, die bereit sind, über ein Pay-per-View Angebot dafür zu bezahlen. Ein Ticket kostet derzeit 15 US-Dollar. Am Tag des Sprunges soll es 50 US-Dollar kosten. Zudem bietet Death Challenge einige Extraoption für einen entsprechenden Aufpreis, wie beispielsweise den Sprung direkt aus dem Flugzeug zu verfolgen.

Für Death Challenge dürfte sich der Auftritt demnach auch finanziell lohnen. Sowohl das Online-Publikum als auch die Zuschauer vor Ort können vor der Veranstaltung Stimmen kaufen und während des gefährlichen Sprungs zu drei möglichen Rettungsleinen „Ja“ oder „Nein“ sagen. Wie viel eine solche Stimmer kosten wird, ist bisher nicht bekannt.

Bei der Ersten Rettungsleine (aktiv bei 7,6 km – 6,1 km) werde ein kreisendes Flugzeug einen Fallschirm hinauswerfen, den der Challenger fangen und anlegen soll. Bei der Zweiten Rettungsleine (aktiv bei 6,1 km – 4,6 km) werde ihn ein Rettungs-Fallschirmspringer verfolgen und ihn im freien Fall und ohne Sicherheitsausrüstung bei sich festzuhaken. Bei der Dritten Rettungsleine (aktiv bei 4,6 km – 2,1 km) werde ein Flugzeug ein Schleppseil herablassen, das der Challenger zu fassen versuchen wird. Damit soll er dann „ins Wasser skysurfen“.

Der Challenger wird jedoch nach Angaben von Death Challenge keine Rettungsleinen akzeptieren, sofern nicht weltweit eine Milliarde Stimmen gekauft werden. Diese Zahl soll symbolisch für die ungefähre Anzahl von Menschen stehen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben.

Auf welche Weise die Einnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität in den Risikogebieten eingesetzt werden sollen, wird auf der Homepage des Unternehmens nicht genau erklärt. Dort heiß es lediglich, der Zuschauer werde durch seine Stimme helfen, „Millionen von Dollars zusammenzutragen, um sauberes, keimfreies Wasser für die gesamte Menschheit zu ermöglichen – egal ob die Zuschauer für oder gegen die Rettung des Springers stimmen“.

Der Challenger ist nach Angaben der Initiatoren einer der erfahrensten Extremsportler der Welt und hat in den letzten 30 Jahren knapp 20.000 Fallschirmsprünge, über 5.000 Klippensprünge und tausende Tauchstunden ohne Käfig mit Großen Weißen Haien absolviert. Er wolle mehrere verschiedene Extremsportdisziplinen nutzen, um den waghalsigen Sprung zu überleben.

Die Überlebenschancen dürfen dennoch eher gering sein, selbst wenn ihm die Zuschauer alle drei Sicherheitsleinen ermöglichen. Das wissen auch die Initiatoren der kontroversen Aktion. „Der Sprung bringt extreme Risiken mit sich“, so die Sprecherin des Unternehmens, Aideen Doherty. „Wenn er springt, sieht sich der Challenger einem irrsinnig niedrigen Luftdruck, Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts und erheblichem Sauerstoffmangel ausgesetzt, was zu einem schnellen Tod führen kann.“

Ein Unbekannter bringt sich für den Zugang zu sauberem Wasser für alle Menschen auf der Erde in größte Lebensgefahr. Die Zuschauer zuhause können über dessen Leben oder dessen Tod entscheiden – alles zum Wohle des Umweltschutzes. Ob das wirklich eine sinnvolle Maßnahme ist, oder ob die Aktion nicht doch viel zu weit geht, wird sicher in den nächsten Monaten kontrovers diskutiert werden.

Quelle: Death Challenge / Presseportal 

 

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