Umweltwirtschaftsbericht 2011 veröffentlicht

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Jobmotor Umweltbranche; Foto: shutterstock

Der Übergang zu einer Green Economy bietet große Chancen für die Wirtschaft. Mit dem Bemühen um eine nachhaltigere Energieversorgung, einen schonenden Umgang mit Ressourcen und ein zunehmendes Umweltbewusstsein gehen auch wirtschaftliche Veränderungen einher. So entstehen neue Arbeitsplätze, Unternehmen steigern ihre Wettbewerbsfähigkeit und durch effizientere Ressourcennutzung können massiv Kosten eingespart werden.

Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium haben jetzt zum zweiten Mal den Umweltwirtschaftsbericht vorgelegt, der über Stand, Herausforderungen und Perspektiven der Umweltwirtschaft in Deutschland informiert. Deutlich wird in dem Bericht, mit was für einem rasanten Fortschritt Deutschland auf ein umweltverträgliches Wachstum zusteuert.

Die steigende Zahl an ‚grünen‘ Arbeitsplätzen, das dynamische Wachstum auf den ‚grünen‘ Zukunftsmärkten und die starke Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen im globalen Markt für Umweltschutzgüter sind ein Beleg für diese positive Entwicklung. Getragen wird der Erfolg in erster Linie durch den Ausbau erneuerbarer Energien, den Export von Umweltschutzgütern sowie umweltorientierte Dienstleistungen. Mit einem Welthandelsanteil von 15,4 Prozent liegt Deutschland nach wie vor auf einem Spitzenplatz beim Export von Umweltschutzgütern. Deren Produktion erreicht ein Volumen von fast 76 Milliarden Euro. Das ist ein Rekordwert. Knapp zwei Millionen Beschäftigte gibt es inzwischen in der Umweltwirtschaft – das entspricht einem Anteil von 4,8 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland,  Tendenz steigend.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen erklärte bei der Vorlage des Berichts: Deutschland wachse immer nachhaltiger. Gleichzeitig sei die Innovationskraft der Umweltwirtschaft auch ein Erfolg der Rahmensetzung in der Umwelt- und Energiepolitik. Immer besser gelinge es, umweltschädliche Emissionen zu reduzieren, Stoffkreisläufe weitest möglich zu schließen und Ressourcen effizienter zu nutzen.

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist der Umweltschutz keineswegs nur ein Kostenfaktor. Lediglich 1,4 Prozent des Bruttosozialprodukts investiert Deutschland in Umweltschutzmaßnahmen. Der entstehende Nutzen zahlt sich ökonomisch aus. Investitionen in integrierte Umweltschutztechniken und Effizienzmaßnahmen führen unter dem Strich zu erheblichen Kosteneinsparungen, etwa durch geringeren Material- und Energieverbrauch. Zum Erwirtschaften der gleichen Erträge werden heute deutlich weniger Rohstoffe, Flächen und Energie benötigt, und weit weniger Schadstoffe ausgestoßen, als noch vor zehn Jahren. Langfristig sinken zugleich die Folgekosten von Schäden an Umwelt und Gesundheit, etwa durch Luft- und Wasserverschmutzung oder den Klimawandel.

Die nachhaltigere Produktion zieht ein interessantes Phänomen nach sich: In der Umweltwirtschaft wird außergewöhnlich intensiv und kontinuierlich geforscht. Das ist besonders im Wissenschaftsjahr 2012 ein wichtiges Thema. Ziel wird es sein, Innovations- und Umweltpolitik sinnvoll zu integrieren und neue Märkte für Umwelttechnologien zu erschließen.

Josephin Lehnert

 

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