Unbequeme Auswirkungen der Nutztierhaltung auf die Umwelt

Unsere Ernährung mit tierischen Produkten, ist eine große Belastung für die Umwelt und auch für das Klima.

Im kürzlich erschienenen Artikel „unbequeme Wahrheiten zum Thema Ernährung“ habe ich geschildert, dass sich der Konsum von tierischen Lebensmitteln negativ auf unsere Gesundheit auswirken kann. Während meinen Recherchen dazu, stieß ich immer wieder auf die großen Probleme der Nutztierhaltung für die Umwelt. Daher wollte ich mich diesem Thema genauer widmen. Wie wirkt sich die Erzeugung tierbasierter Lebensmittel auf die Umwelt aus? Was ich dabei herausfand, hat mich mein Essverhalten noch einmal überdenken lassen.

Nutztierhaltung und Umwelt

Wer nach der Hauptursache für den Klimawandels gefragt wird, der antwortet fast immer mit: „Fossile Brennstoffe“. Also die Verbrennung von Kohle, Öl, Gas und so weiter. Das setzt CO2 frei, verstärkt den Treibhauseffekt und die Temperaturen steigen. An tierische Produkte denkt in diesem Zusammenhang kaum jemand. Das bisschen Methan, das durch die Viehzucht entsteht, kann im Vergleich zu den zigtausend Kohlekraftwerken auf der Welt auch vernachlässigt werden. Doch das ist leider bei weitem zu einfach gedacht.

Hauptverursacher der Erderwärmung

Tatsächlich hat die Nutztierhaltung einen immensen Anteil am Klimawandel. Einige Organisationen sehen sie sogar als den Hauptverursacher. So hatte das World Watch Institut schon 2009 eine Studie veröffentlicht, wonach 51% aller weltweit ausgestoßenen Treibhausgase durch die Viehwirtschaft entstehen. Der Verkehrssektor verursacht dagegen nur 23 Prozent.

Doch wie kann das sein? Dass die Tiere Methan verursachen, war mir bewusst. Das Treibhausgas entsteht bei der Verdauung in den Mägen der Kühe. Da es viele Millionen solcher Methan emittierenden Tiere gibt, wird die Atmosphäre auch mit reichlich Methan angereichert, dachte ich. Als ich dann allerdings überprüfte, wie viele solcher Tiere auf unserem Planeten leben, erlebte ich eine Überraschung.

Es sind nicht einige Millionen, sondern eher einige Milliarden. Allein die Zahl der im Moment lebenden Rinder verdeutlicht das. Laut Statista gibt es 2019 über eine Milliarde Rinder auf der Erde. Und fast 770 Millionen Schweine. Doch es gibt auch viele Millionen Fahrzeuge. Wie kann die Nutztierhaltung also schlechter für das Klima sein, als der gesamte Verkehr der Erde?

Nutztierhaltung der Hauptgrund für die Abholzung des Regenwaldes

Wegen des benötigten Platzes. Nutztiere brauchen Weideflächen. Und sie brauchen Futter. Um diese zu schaffen, werden Wälder in großem Stil gerodet. Viehzucht ist die Hauptursache für die Abholzung der Regenwälder. Weltweit wird in jeder Sekunde etwa ein halbes Fußballfeld Wald gefällt. Vom brasilianischen Regenwald wurden seit 1970 bereits rund 20 Prozent zerstört. Das entspricht der Fläche Kaliforniens. 80 Prozent dieser gerodeten Fläche werden für die Viehwirtschaft verwendet.

Wenn Wälder gerodet werden – vor allem durch Brandrodung – wird CO2 freigesetzt. Die fehlenden Bäume können kein CO2 mehr aufnehmen und in Sauerstoff umwandeln. Die gerodeten Flächen, die als Acker für den Futtermittelanbau verwendet werden, verursachen Lachgasemissionen aufgrund des verwendeten Düngers. Und die auf den Weideflächen grasenden Kühe emittieren Methan – langsam wurde mir klar, warum die Viehwirtschaft der Hauptgrund für Treibhausgasemissionen sein könnte.

Warum wird das Thema kaum beachtet?

Ich fragte mich allerdings, warum viel mehr über die fossilen Brennstoffe gesprochen wird, wenn es um den Klimawandel geht? Obwohl tierische Erzeugnisse – ohne zu übertreiben – ein mindestens ebenso großes Problem sind? Selbst die Umweltschutzorganisation Greenpeace prangert auf seiner Website nur die „massenhafte Verbrennung fossiler Rohstoffe“ an. Aber von den Auswirkungen der Tierhaltung auf die Erderwärmung konnte ich dort nichts finden. Nur einmal wird mehr nebenbei die Rinderzucht erwähnt, als Grund für die Abholzung des brasilianischen Regenwaldes. Ansonsten scheint Greenpeace das Thema Nutztierhaltung und Klimawandel kaum zu beachten.

Tierische Erzeugnisse und Nachhaltigkeit

Ich schaute mich auf einer anderen Website diesbezüglich um. Auf der Seite der Tierschutzorganisation PETA. Seltsamerweise fand ich dort recht schnell, wonach ich gesucht hatte: „Mehr als 83 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen werden für Tierhaltung und Futtermittel verwendet. Das trägt zum Klimawandel, zum Welthunger und zur Umweltzerstörung bei.“

Welthunger? In der Nutztierhaltung werden doch Lebensmittel erzeugt, dachte ich. Wieso trägt das dann dazu bei, den Welthunger zu vergrößern? Dabei liegt der Grund eigentlich auf der Hand: Die Herstellung tierischer Lebensmittel ist wesentlich aufwändiger, als die pflanzlicher Lebensmittel.

Zum einen ist sie deutlich energieintensiver. Für jede Kalorie, die wir aus Rinderfleisch zu uns nehmen, sind vorher sieben pflanzliche Kalorien verbraucht worden. Und es wird mehr Wasser und mehr Fläche benötigt. Eine Milchkuh frisst ungefähr 20 Tonnen Getreide in der  Woche und trinkt 130 Liter Wasser am Tag.

Anders ausgedrückt: Die Nachfrage nach tierischen Produkten kann nicht nachhaltig befriedigt werden. Dennoch wollen die Menschen auf solche Produkte nicht verzichten. Das bewirkt, dass in einigen Regionen der Welt kaum Nahrung vorhanden ist und die Menschen hungern müssen, während in anderen Teilen viele Menschen übergewichtig sind. Dabei müsste das nicht sein. Wir könnten alle Menschen der Erde satt kriegen. Allein vom weltweit von Rindern gefressenen Getreide könnten 8,7 Milliarden Menschen ernährt werden – bei einer aktuellen Weltbevölkerung von rund 7,7 Milliarden!

Fazit: Eine rein pflanzliche Ernährung würde viele große Probleme lösen

Das lässt mich zum Fazit kommen: Unsere  Ernährungsgewohnheiten, also unser Verzehr von tierischen Erzeugnissen, kann schlecht für unsere Gesundheit sein. Mehr dazu in meinem Artikel „Unbequeme Wahrheiten zum Thema Ernährung“. Außerdem wirkt sich eine solche Ernährung negativ auf die Umwelt aus, und verschlimmert die Erderwärmung. Viele Umweltprobleme würden durch eine rein pflanzliche Ernährung gelöst und der Klimawandel bekämpft werden. Und eine tierbasierte Ernährung trägt dazu bei, dass Millionen Tiere leiden müssen.

Doch für mich am aller wichtigsten: Würden sich alle Menschen rein pflanzlich ernähren, könnte der Hunger für immer besiegt werden. Kein einziges Kind auf der Welt müsste mehr hungern. Wenn man schon nicht wegen den positiven Auswirkungen einer veganen Ernährungsweise auf die eigene Gesundheit auf Fleisch und Milchprodukte verzichten will – sollte doch zumindest das ein Grund sein, seine eigenen Gewohnheiten zu überdenken.

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