Zum Welttag der Flüsse: BUND will Gewässerschutz sicherstellen

Ökologischer Zustand deutscher Flüsse durch Schifffahrt und Landwirtschaft gefährdet.
Ökologischer Zustand deutscher Flüsse durch Schifffahrt und Landwirtschaft gefährdet.

Am Sonntag war Welttag der Flüsse. Das nahm sich der Umweltverband BUND abermals zum Anlass, auf den desolaten Zustand deutscher Fließgewässer hinzuweisen. Viele Flüsse in Deutschland fristen ein trauriges Dasein. Über 90 Prozent sind in einem besorgniserregenden Zustand. Das liegt an unterschiedlichsten Faktoren. Ufer wurden begradigt, die Flussbetten verändert und das Wasser durch Nitrat und andere Pestizide verunreinigt. Zum Welttag der Flüsse am 23. September forderte der BUND Bund und Länder daher zum dringenden Handeln auf.

Dass deutsche Gewässer in einem besorgniserregenden Zustand sind, ging bereits aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor. Sie stammt von Anfang April 2018. Darin zeigt sich, dass bloß jeder vierte See in einem ökologisch unbedenklichen Zustand ist. Noch düsterer sieht die Lage bei den Fließgewässern aus. Von fast 9.000 deutschen Flüssen erreichen lediglich magere sieben Prozent die EU-Kriterien.

„Unseren Flüssen muss mehr Lebensraum gegeben werden“, so Silvia Bender, Leiterin Biodiversität beim BUND. „Naturnahe Auen sind die artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas und tragen entscheidend zum Klima- und Hochwasserschutz bei. So speichern regelmäßig durchströmte Auen von frei fließenden Flüssen große Mengen an Wasser in ihren Böden, filtern dieses und geben es nach und nach an das Grundwasser ab.“

Besonders der Zustand der Flüsse ist demnach weit vom Ziel der nationalen Biodiversitätsstrategie entfernt. In 93 Prozent der Fließgewässer leben nicht mehr die Gemeinschaften aus Fischen, Pflanzen und Kleintieren, die man dort eigentlich vorfinden müsste. Zudem sind 79 Prozent der Fließgewässer durch Ausbau in ihrer Struktur deutlich bis vollständig verändert.

BUND startet schon im Mai Kampagne für sauberes Wasser

Bereits im Mai dieses Jahres hatte der BUND den Gewässerreport für 2018 vorgelegt. Daraus ging hervor, dass sich 92 Prozent deutscher Gewässer in mangelhaftem Zustand befinden. Der BUND nahm sich das zum Anlass, die Kampagne „Rette unser Wasser“ zu starten.

Der Umweltverband erwartet nun ein Handeln der Politik zum Wohle deutscher Flüsse. „Vielen Menschen, die an unserer Wasserkampagne teilgenommen haben, wissen, wie wichtig der Schutz unserer Gewässer ist. Von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern erwarten wir, dass sie den Gewässerschutz noch ambitionierter angehen,“ so Silvia Bender.

Quelle: bund.net