Weltwassertag: „Wasser natürlich bewirtschaften“

Weltwassertag
Deutschland muss mehr für den Schutz von Wasser und Gewässern tun

Als  Ergebnis der UN-Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro wird seit 1993 jedes Jahr aufs Neue am 22. März der Weltwassertag begangen. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Wasser natürlich bewirtschaften“. Gleichzeitig rufen die Vereinten Nationen heute die internationale Aktionsdekade „Wasser für Nachhaltige Entwicklung 2018 bis 2028“ aus. Gerade in Deutschland sollte diese ernst genommen werden: der ökologische und chemische Zustand der Gewässer hierzulande überwiegend als unbefriedigend oder schlecht eingeschätzt.

„Wasser ist die wichtigste Grundlage für das Leben auf diesem Planeten. Beim Wasser hängt alles mit allem zusammen“, erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze. „Wie wir mit Abwässern umgehen und wie intensiv wir Gewässer, Ufer und Auen nutzen, hat direkte Auswirkungen im Kreislauf der Natur: auf die Artenvielfalt, auf die Gesundheit, auf Landwirtschaft und industrielle Entwicklung, aber eben auch auf die politische Stabilität und den Frieden. Wir müssen nachhaltig mit Wasser umgehen und die Lebensräume am und im Wasser schützen. Denn ohne Wasser gedeiht nichts. Angesichts des Zustands unserer Gewässer haben wir in Deutschland und weltweit noch viel zu tun.“

Gerade einmal 8,2 Prozent der deutschen Gewässer werden ökologisch als gut oder sehr gut eingestuft.  Gründe dafür sind:

  • Flächendeckend auftretende Schadstoffe wie Quecksilber oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
  • Erhöhte Konzentrationen von Pflanzenschutzmitteln in kleineren Gewässern, die für Insekten oft besonders problematisch sind
  • Belastungen von Gewässern in Altbergbauregionen mit Metallen
  • Nitratbelastung des Grundwassers.

Zu wenige Maßnahmen

Philipp Wagnitz, Referent für Süßwasser beim WWF Deutschland  kritisiert: „Die Wasserkrise ist zwar bekannt, aber immer noch ein blinder Fleck beim Klimaschutz. Dürren, Fluten oder die Versalzung von Wasservorkommen – der Klimawandel bringt den Wasserhaushalt der Erde aus dem Gleichgewicht. Doch die Anpassung an diese Veränderungen spielt in den Plänen der Staatengemeinschaft bisher nur eine untergeordnete Rolle.“

Zum Schutze von Flüssen, Seen und Grundwasser hat die EU Wasserrahmenrichtlinien erlassen. Dabei erfüllen gut 92 Prozent der deutschen Fließgewässer die Vorgaben nicht. Dies muss sich dem WWF zufolge ändern. Es brauche mehr Geld, mehr Personal und den politischen Willen, um die praktische Umsetzung vor Ort angemessen durchzusetzen, so die Umweltorganisation.  Darüber hinaus fordert sie, die globale Fläche der geschützten Feuchtgebiete bis 2030 zu verdoppeln.

Erste Bestrebungen gibt es bereits. So wollen das Bundesumweltministerium und Bundesverkehrsministerium mit dem Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ die Renaturierung von Bundeswasserstraßen und deren Auen unterstützen.

Quellen:
https://www.bmub.bund.de/pressemitteilung/weltwassertag-kein-wachsen-ohne-wasser/
https://www.unesco.de/wissenschaft/wasser/wassertag.html
http://www.wwf.de/2018/maerz/die-ignorierte-wasserkrise/

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