Vogelfütterung im Winter

Vogelfütterung im Winter Vögel füttern
Kinder lieben es, Vögel zu füttern.

„In unserer weit heruntergewirtschafteten Natur ist jede Art von Fütterung Artenschutz.“ – so sagt es Prof. Dr. Peter Berthold, langjähriger Leiter der Vogelwarte Radolfzell und Ornithologe. Vögel füttern im Winter ist folglich richtig, doch wie und wann füttere ich richtig und so, dass es die Artenvielfalt fördert?

Lange wurde davon abgeraten, Vögel ganzjährig zu füttern. Doch mit der Zeit zeigen Forschungen, dass eine Fütterung durchaus die Artenvielfalt fördert. Zunächst werden dabei in erster Linie Amseln, Kohlmeisen und weitere häufige Arten angelockt. Mit der Zeit gewöhnen sich die Tiere an die Futterstelle, verschiedene und seltene Arten legen ihre Scheu ab, zeigen sich und manch einer kann im Winter verträumt aus dem Fenster schauen – spannender als eine Naturdoku im Fernseher!

Doch warum hilft es der Artenvielfalt, wenn wir ganzjährig heimische Vögel füttern? Ein Bericht der Heinz-Sielmann Stiftung legt nahe, dass die natürlichen Futterquellen in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen haben. Durch intensive Landwirtschaft, Rodung von Hecken und Flurstücken und dem massiven Einsatz von Herbiziden hat die Anzahl an Wildpflanzen sich stark reduziert. Und auch der Bestand der Insekten geht durch den Einsatz von Pestiziden zurück. Gab es in den 1950er noch ein Angebot von über eine Millionen Tonnen Wildpflanzensamen, so hat sich dieser Wert heute, nach Aussage des Ornithologen Prof. Dr. Peter Berthold, auf nahezu null reduziert.

Wie also füttern wir unsere Vögel richtig?

Zunächst einmal lassen sich unsere heimischen Singvögel grob in zwei Gruppen unterteilen, was ihre Nahrung angeht: in Körnerfresser und Weichfutterfresser. Beide Gruppen brauchen verschiedene Arten an Futter.

Meisen, Sperlinge und Finken gehören Beispielsweise zur Gruppe der Körnerfresser. Diese können mit Getreide, Samen und Sonnenblumenkernen gefüttert werden.

Weichfutterfresser bevorzugen eine Mischung aus Samen und Fett. Dieses lässt sich auch ganz einfach und günstig selbst herstellen. Als Basis dient gehärtetes Pflanzenfett. Dieses wird in einem Topf erwärmt und dann eine Körnermischung aus Getreideflocken, Kleie, Mohn, Hanfsamen und Rosinen hinzugefügt. Die erkaltende Masse kann in eine halbe Kokosnussschale oder ein ähnliches, natürliches Material eingefügt werden. Dieses kann daraufhin im Garten oder auf dem Balkon aufgehängt werden.

Futtersilo als Winterfutterstation für Vögel
Besser als ein Vogelhäuschen sind Futtersilos.

Für loses Futter empfiehlt sich ein Futtersilo. An offenen Futterstellen, wie den oft verwendeten Vogelhäuschen, breiten sich schnell gefährliche Keime aus. Aber auch die regelmäßige Reinigung der Futtersilos mit Wasser ist notwendig. Dabei sollten chemische Reinigungsmittel unbedingt vermieden werden.

Vogelfütterung im Winter – auch mit Obst und Gemüse

Auch frisches, klein geschnittenes Obst und Gemüse eignet sich als Vogelfutter. Es versorgt die Vögel zudem mit Flüssigkeit. Zusätzlich sollte, auch bei Frost, eine Schale mit Trinkwasser angeboten werden.

Futterspender sollten an einer übersichtlichen Stelle platziert werden, so dass sich keine Katzen anschleichen können. Gleichzeitig sollten Bäume und Büsche nicht zu weit entfernt sein, so dass schnelle Fluchtmöglichkeiten bestehen.

Wer diese einfachen Tipps befolgt, der kann sich ab sofort an vielen glücklichen Vögeln auf dem Balkon oder im Garten freuen.

Malchus Kern schreibt als Freier Autor über Nachhaltigkeit, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung und digitale Innovationen. Auf seinem Balkon versucht er sich an Selbstversorgung.

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