Tag des Artenschutzes: Großkatzen im Fokus

Löwen zählen zu jenen Großkatzen, die besonders stark gefährdet sind.
Löwen zählen zu jenen Großkatzen, die besonders stark gefährdet sind.

Heute ist der internationale Tag des Artenschutzes. Zu diesem Anlass werden alljährlich die Belange gefährdeter Tier- und Pflanzenarten in den Fokus gerückt. Dieses Jahr richten sich die Augen besonders auf die Großkatzen weltweit. Löwe, Schneeleopard und Tiger sind auf fast allen Kontinenten der Erde beheimatet. Doch ihr Bestand schrumpft rasant. Obwohl sie allseits für ihre Stärke respektiert werden, sind sie zunehmend vom Aussterben bedroht. Die Großkatzen stehen exemplarisch für viele Tierarten, die Gefahren wie Lebensraumverlust und Wilderei ausgesetzt sind.

 

„Mehr als 80 Prozent aller Raubkatzen-Arten sind mittlerweile auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten als gefährdet eingestuft. Verantwortlich für die rasant schrumpfenden Bestände ist der Mensch“, so Daniela Freyer von Pro Wildlife. Besonders dramatisch sieht die Lage aktuell bei den Tigern aus. Bis in die 80er Jahre hinein waren die Bestände weitestgehend ausgerottet.

Es wird davon ausgegangen, dass zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts etwa 100.000 Tiere lebten. Heute sind es weniger als 3.900 in freier Wildbahn. Dazu kommen etwa 7.000 gezüchtete Tiger in Teilen Asiens und Südafrika. Sie entspringen kommerziellen Tigerfarmen. Die Tiere werden häufig als Touristenattraktion vermarktet, ihre Knochen als traditionelle Heilmittel gewinnbringend verkauft.

Lage bei Löwen ist prekär

Zwar verbietet das CITES-Artenschutzabkommen schon lange den entsprechenden Handel, viele Regierungen setzen das Verbot aber nicht konsequent um. Bei Löwen ist die Lage noch prekärer. Trotz massiv dezimierter Bestände, ist der Handel weiterhin erlaubt. Bereits zwei mal scheiterte der Versuch verschiedener afrikanischer Länder, Löwen unter internationalen Schutz zu stellen. Die afrikanischen Löwenbestände sind in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 40 Prozent zurückgegangen. Inzwischen leben noch etwa 20.000 Tiere in freier Wildbahn. In 27 Ländern sind sie bereits ausgerottet, in West- und Zentralafrika ebenfalls vom Aussterben bedroht.

Artenschutz in Deutschland: Wölfe statt Großkatzen

Während international die Großkatzen in den Fokus gerückt sind, steht in Deutschland etwa der Wolf im Mittelpunkt. Weiterhin muss mehr dafür getan werden, weitgehende Biotopverbünde zu schaffen und so Biodiversität zu sichern. „Wir brauchen Mut zu mehr Wildnis und müssen wieder lernen, mit großen Wildtieren, die in unsere Landschaft gehören, zu leben“, meint dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe.

Weiterhin erwartet die Deutsche Umwelthilfe einen konstruktiveren Umgang mit geschützten Tierarten, etwa dem Wolf. Die Rückkehr hierzulande ausgestorbener Wildtierarten wie Wolf, Biber und Kegelrobbe ist eine Jahrhundertchance. Eine Jahrhundertchance für den Naturschutz und die Biodiversität.

Quellen: DUH , Pro Wildlife