Umweltschäden durch Neodym in der Windkraft

Seltene Erden; Foto: shutterstock

Die Metalle der seltenen Erden sind gefragt wie nie. Um an seltene Erden wie zum Beispiel Neodym heranzukommen, bedarf es eines hohen Aufwands, der alles andere als nachhaltig ist. So kommen bei dem Herauslösen von Neodym Chemikalien zum Einsatz, die einen toxischen Schlamm zurücklassen. Nicht selten gelangt dieser ins Grundwasser.

Der Weltmarkt für seltene Erden wird zu 97 Prozent von China dominiert, einem Land mit noch immer geringen ökologischen Vorschriften. Zwar hat die chinesische Regierung Anfang März dieses Jahres Umweltstandards für seltene Erden durchgesetzt. Das bedeutet, ab Oktober sollen Emissionsgrenzwerte für 15 Schadstoffe gelten.

Vermutlich werden sich an die 60 Prozent der in China befindlichen Unternehmen umstellen müssen, die seltene Erden abbauen und verarbeiten. Doch erst die Umsetzung wird zeigen, ob sich an den bisherigen Bedingungen etwas ändert. Denn beim Abbau von Neodym ergibt sich noch ein zusätzliches Problem: Thorium und Uran werden freigesetzt.

Neodym wird in Dauermagneten eingesetzt und beispielsweise für Windräder genutzt. Weltweit enthält wahrscheinlich schon jedes fünfte Windrad Neodym. Die herkömmlichen Komponenten sind Rotor, Getriebe und Stromgenerator. Bei einem Einsatz von Neodym kann das Getriebe weggelassen werden. Folglich ist die Anlage leichter und benötigt weniger Wartung. Windkraftanlagenhersteller wie Areva, Siemens, Vestas und Vensys nutzen die neuen getriebelosen Anlagen bereits.

Auch die Firma Nordex liebäugelt mit den Dauermagneten. Dagegen setzen Unternehmen wie Enercon und Repower auf elektrisch erzeugte Magnetfelder ohne Dauermagneten. Vielleicht ist diese Idee am Ende wirtschaftlicher und zukunftsfähiger. Denn China drosselte das Exportlimit für seltene Erden, womit die Metallpreise steigen. Auch wenn die getriebelosen Anlagen hoch gepriesen werden: Frei von Störungen sind auch sie nicht. So wiesen letztes Jahr sechs der Anlagen des Windparks Alpha Ventus Materialschäden auf. Es handelte sich dabei um getriebelose Areva-Windräder.

Natürlich ist die Produktion des Dauermagneten für Windräder nur ein „kleines Rad im Getriebe“. Ohne seltene Erden wären die meisten unserer elektronischen Geräte nicht funktionsfähig. Daher sollten wir uns zunehmend auf den Rohstoffkreislauf – also das Recycling – unserer Produkte konzentrieren. Beispielsweise benötigt auch die Batterie eines Hybrid-Fahrzeugs an die 20 Kilogramm seltene Erden.

Jenny Lohse

1 Kommentar

  • Guten Tag,
    wir sind 3 Schülerinnen und haben mehrere Fragen zum Thema „Wie wird aus WInd Strom?“. Die erste Frage ist, ob Windkraftanlagen mit Getriebe wirklich umweltschädlicher sind als die Windkraftanlagen ohne Getriebe? Und was an einer Windkraftanlage überhaupt umweltschädlich ist? Außerdem wissen wir nicht, was ein Konverter eine Sekundene an der Windkraftanlage ist!? Und was ist der Unterschied zwischen asynchron und synchron Generatoren? Und werden in Windkraftanlagen Wechsel- oder Gleichstrom Generatoren verwendet?
    Vielen Dank im voraus:)

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