Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services

Biologische Vielfalt

Die Vereinten Nationen haben im Dezember 2010 eine neue Expertengruppe zur Erforschung des Artenschwundes eingesetzt. Damit will man dem globalen Biodiversitätsverlust entgegenwirken und wichtige Ökosysteme einem besseren Schutz unterstellen.

Biodiversität ist von essentieller Bedeutung für das Leben auf der Erde. Ökosysteme erbringen Leistungen in Form von ‘Ökosystem Services’. Diese Leistungen erstrecken sich von der Ressourcenbereitstellung (Wasser, Baumaterial, Arzneimittel etc.) über Regulierungsleistungen wie Klimaregulierung, Erosionsschutz oder Schadstoffabbau und -filterung bis hin zu kulturellen Dienstleitungen. Ökosysteme sind letztlich Orte der Primärproduktion und Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen.

Je höher die Diversität, also die Vielfalt in einem Ökosystem, desto leistungsfähiger ist dieses, und desto eher ist es in der Lage, Störungen und Schäden zu überwinden und auszugleichen. Menschliche Eingriffe beeinflussen Ökosysteme und haben bereits zu einem großen Artenschwund und einem unaufhaltsamen Verlust von Biodiversität geführt. Es kommt nicht nur zu einem Aussterben einzelner Arten und Spezies, die Homogenisierung der Landschaft, die flächenhafte Urbarmachung von Land, Intensivierungsmaßnahmen und zunehmende Stoffeinträge stellen eine ernstzunehmende Bedrohung für Biodiversität und Ökosysteme dar.

Die Etablierung der Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) stellt daher einen großen Erfolg im zu Ende gegangenen Jahr der Biodiversität dar. Zugleich wurden die Jahre 2011 bis 2020 von den Vereinten Nationen zur “UN-Dekade der Biodiversität” erklärt.

Die unabhängige Plattform IPBES orientiert sich am International Panel on Climate Change (IPCC). Ziel ist es, wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse über den fortschreitenden Rückgang und die zunehmende Degradation natürlicher Ressourcen mit effektiven Lösungsansätzen in Verbindung zu bringen und politische Handlungsoptionen aufzuzeigen, um den Trend der Zerstörung aufzuhalten.

In qualitativ hochwertigen und interdisziplinär angelegten wissenschaftlichen Studien sollen die globale Biodiversität und Ökosystem Services, sowie deren Zustand und absehbare Entwicklungen beleuchtet und dokumentiert werden, um politischen Entscheidungsträgern eine wissenschaftlich fundierte Grundlage zur Verfügung zu stellen. Das Gremium soll zudem Schwellen- und Entwicklungsländer im Kampf gegen Arten- und Biodiversitätsverlust finanziell unterstützen.

Die UN-Dekade der Biodiversität soll dazu dienen, den auf der 10. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens für biologische Vielfalt im Oktober 2010 in Nagoya/Japan (CBD COP 10) verabschiedeten ‘Strategischen Plan’ zum Artenschutz umzusetzen. Darin ist unter anderem die weltweite Ausweitung von Naturschutzgebieten vorgesehen.

Nach Informationen der Vereinten Nationen sind derzeit weltweit rund 17.000 Pflanzen- und Tierarten vom Aussterben bedroht. Die Zahl ausgestorbener Arten ist in den letzten Jahrhunderten immer stärker angestiegen, was in erster Linie auf menschliche Einflüsse zurückzuführen ist.

Josephin Lehnert

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