In einfachen Schritten unverpackt einkaufen

Mit der Stofftasche auf dem Wochenmarkt einkaufen ist ein Schritt in Richtung plastikfreies einkaufen
Selbst Schokolade kann man lose und unverpackt einkaufen © Malchus Kern

Jeder Deutsche produziert jährlich durchschnittlich 611 Kilogramm Müll. Doch davon werden im Durchschnitt nur 15% recycelt. Noch besser wäre es, gar nicht erst so viel Müll zu produzieren. Und so schwer wie es zunächst erscheint, ist umweltfreundliches Einkaufen gar nicht.

Lidl verkauft in England seit kurzem geschälte Zwiebeln. Damit diese frisch bleiben, werden sie in Plastik verpackt. Ein absurdes Beispiel für eine Entwicklung, die mit Sorge zu betrachten ist. Auf der anderen Seite gibt es aber auch immer mehr Menschen, die sich Gedanken darüber machen, wie sie Müll vermeiden können. Wir stellen euch einige Schritte zum unverpackteren Leben vor.

Statt beim Einkaufen Plastiktüten zu kaufen, könnten wir Stofftaschen verwenden. Diese können viele Jahre verwendet werden und sind meist aus 100% Baumwolle und daher leicht biologisch abbaubar. Schon dieser Schritt würde den Müllberg durchschnittlich um 176 Plastiktüten pro Person (Europäer)  im Jahr vermindern.

Unverpackt einkaufen

Auch beim Einkauf von Obst und Gemüse können wir bei der Plastikverpackung sparen. Äpfel, Gurken oder Tomaten sind oft extra in Plastik verpackt, damit die Ware an der Kasse besser gescannt werden kann. Besonders absurd: fast immer ist es die Bio-Ware, die einzeln verpackt ist. Das muss so nicht sein. In fast jeder Stadt gibt es Wochenmärkte, auf denen Erzeuger direkt verkaufen. Hier ist die Ware frisch vom Feld und ganz ohne Plastikmüll. Auch die Mitgliedschaft in einer Solidarischen Landwirtschaft ist eine Möglichkeit, weniger Müll zu produzieren.

Immer mehr Läden bieten mittlerweile auch eine Vielzahl an Produkten unverpackt an. In Unverpackt-Läden können wir neben frischem Obst und Gemüse auch Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln oder Linsen in eigene Behälter abfüllen. Meist gibt es auch Gewürze, Backzutaten, Nüsse, Saaten und Kaffee zu kaufen. Milch, Sahne und Joghurt gibt es hier im Pfandglas zu kaufen, Essig und Öl kann man in eigene Flaschen füllen.

Regale mit loser Ware im Unverpackt Laden
Einfach mal ausprobieren – einen Monat möglichst Müll vermeiden! © Malchus Kern

Einen Monat Plastikfasten

Wer möchte, kann auch noch einen Schritt weiter gehen. Denn nicht nur beim Einkauf im Supermarkt kaufen wir neben den Lebensmitteln einen Sack voll Verpackungen. Vielleicht wäre es eine sinnvolle Idee, die diesjährige Fastenzeit als Anlass für einen Selbstversuch im Plastikfasten zu nutzen. Auch bei unserer täglichen Arbeit können wir Müll vermeiden. Unsere Pflanzenmilch können wir in Soulbottles transportieren, für den Coffee to go gibt’s Mehrwegbecher und unser Wildsalat-Sandwich können wir in selbstgemachte, wiederverwendbare Wachspapiere verpacken. Und Abends benutzen wir Bambus-Toilettenpapier und putzen uns die Zähne mit einer Holzzahnbürste.

Malchus Kern schreibt als Freier Autor über Nachhaltigkeit, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung und digitale Innovationen. Auf seinem Balkon versucht er sich an Selbstversorgung.

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