Große Mengen an Paraffin in deutschen Meeren gefunden

Der Mensch ist unbestritten der Hauptverursacher für die Verschmutzung unserer Meere. Laut einem Bericht des UN-Umweltprogramms (Unep) gelangen jedes Jahr rund 6,4 Millionen Tonnen Plastik-Abfälle in die Ozeane. Auch durch ausgelaufenes Öl entstehen irreparable Schäden an den Ökosystemen der Weltmeere und Millionen Meerestiere verenden.

Bislang war Öl auch der größte Verschmutzer der deutschen Meere. Doch noch stärker werden Nord- und Ostsee durch Paraffin verschmutzt. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat am Mittwoch in Hamburg seine Bilanz für 2014 vorgestellt. Daraus geht hervor: Fast zwei Drittel der an den entsprechenden Küsten gefundenen Fremdkörper bestehen mittlerweile aus dieser organischen Verbindung.

Paraffin ist eine öl- oder wachsartige Masse und wird in der Kosmetikproduktion, aber auch in der Industrie (z.B Kerzenherstellung) oft verwendet. Die Verbindung ist an und für sich nicht giftig. Für die Tiere allerdings stellt sie eine Gefahr dar, denn aufgrund der Konsistenz verkleben beispielsweise die Gefieder von Vögeln.

Der Grund, warum Paraffin gerade in Nord- und Ostsee gefunden wird, ist folgender: Der Hamburger Hafen gilt als einer der größten Umschlagplätze für Paraffin. Die Frachter lagern es während des Transports in großen Tanks. Nach dem Entladen des Paraffins spülen die Schiffe diese Tanks einfach auf hoher See aus. Leider ist das bislang nicht verboten. Dementsprechend wird immer mehr davon an den Stränden und im Wasser gefunden.

Für die Küstenregionen bedeutet das natürlich mehr Reinigungsaufwand. Für viele Tiere allerdings bedeutet es den Tod. Die Internationale Schifffahrtsorganisation IMO will sich Ende Januar mit dem Thema auseinandersetzen und entscheiden, ob künftig keine Tanks mehr auf hoher See gereinigt werden dürfen.

1 Kommentar

  • Unsere Meere sind die Müllkippen der Welt!

    Abwasser mit hochgradigen Schadstoffen, hochgiftige Chemikalien, unvorstellbare Mengen an Plastik und Verklappungen verseuchen unsere Meere. Dieser Irrsinn kennt keine Grenzen. Gesetze werden nicht beachtet oder sind nicht vorhanden. Ein Großteil des ganzen Drecks gelangt über unsere Flüsse und Abwasser besiedelter Küstenregionen in die Meere. Bis 1994 war sogar die Entsorgung radioaktiver Abfälle in den Weltmeeren erlaubt. Laut IAEO wurden zwischen 1946 und 1970 vor den Küsten der USA über 90.000 Container mit radioaktivem Abfall und laut NEA 222.732 Fässer im Nordatlantik versenkt. Im Nordatlantik hauptsächlich von Großbritannien, aber auch Deutschland und Frankreich haben im Atlantik verklappt. Offiziell durchgeführte Messungen wiesen auf Fische mit radioaktiven Substanzen wie Plutonium und Fässer mit entsprechenden Lecks hin. Die Entsorgung von Atommüll ist zwischenzeitlich zwar verboten, doch radioaktive Abwasser dürfen nach wie vor in die Meere geleitet werden.

    Ein anderes akutes Problem sind die großen Mengen an Plastikmüll, die in die Meere gelangen.
    Laut WWF schwimmen pro Quadratkilometer Meer bis zu 46.000 Plastikteile im Meer. Über die Nahrungskette gelangt dieses Plastik in den menschlichen Organismus und verursacht gesundheitliche Schäden. Der Müll landet dort wo er hergekommen ist, beim Menschen.

    Ralf Hartmann,
    15.Januar 2015