EUA: Luftverschmutzung könnte Millionen töten

Die EUA beurteilte Europa anhand verschiedener Umweltkriterien. Die Luftverschmutzung in Europa könnte Millionen töten.

Die europäische Umweltagentur (EUA) warnt in ihrer vergangenen Dienstag erschienenen fünfjährigen Beurteilung vor der noch immer gravierenden Luftverschmutzung in Europa. Sollten die Regierungen nicht bald wirksame Maßnahmen dagegen einleiten und sich der heutige Trend fortsetzen, könnten in den nächsten 20 Jahren Millionen Europäer  an den Folgen der miserablen Luftqualität sterben. Doch die Beurteilung kommt nicht nur zu negativen Ergebnissen. Viele ökologische Aspekte in Europa hätten sich während der letzten fünf Jahre deutlich verbessert. Hier eine Zusammenfassung der Kernaussagen des Berichts.

Der vergangenen Dienstag veröffentlichte Bericht „Die Umwelt in Europa: Zustand und Ausblick 2015“ (en) (SOER 2015) umfasst eine Beurteilung der heutigen Umwelt im europäischen Raum und stellt Maßnahmen vor, die nach Ansicht der EUA dringend erforderlich sind, um den Wohlstand Europas über die nächsten 20 Jahre zu erhalten bzw. zu verbessern.

Der Beurteilung zufolge konnten aufgrund der im Rahmen der europäischen Umwelt- und Klimapolitik ergriffenen Maßnahmen in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte erzielt werden. Der Zustand der Umwelt und die Lebensqualität hätte sich verbessert und gleichzeitig wurden Innovationen, die Schaffung von Arbeitsplätzen und das Wachstum gefördert.

Dennoch sei Europa noch weit von den im „Siebten Umweltaktionsprogramm“ festgelegten Zielen entfernt, die ein gutes Leben innerhalb der Belastbarkeitsgrenzen der Erde bis 2050 ermöglichen würden. Europa müsse sich weiterhin einer Reihe andauernder und zunehmender ökologischer Herausforderungen stellen. Um diese zu bewältigen, seien grundlegende Veränderungen in den Produktions- und Konsumsystemen erforderlich, denn dort lägen die Hauptursachen der ökologischen Probleme, so die EUA.

Ein besonders gravierendes Problem sei die Luft- und Lärmbelastung in vielen Städten. Diese verursache noch immer ernste gesundheitliche Schäden. 2011 seien etwa 430.000 Europäer in Folge der hohen Luftverschmutzung vorzeitig verstorben. Die meisten europäischen Regierungen hätten es während der letzten zwei Jahrzehnte nicht geschafft, durch umfassende Maßnahmen die Luftqualität entscheidend zu verbessern. Auch die geplanten Verbesserungen seien wahrscheinlich nicht ausreichend, um anhaltende Schäden zu vermeiden. Dort müsse deshalb dringend nachgebessert werden, ansonsten könnten Millionen Europäer in den nächsten 20 Jahren an den Folgen der hohen Schadstoffbelastung in der Atemluft sterben.

Auch der Klimawandel sei weiterhin ein ernsthaftes Problem. Die Nutzung fossiler Brennstoffe sei zwar rückläufig, ebenso wie die Emissionen einiger Schadstoffe aus Verkehr und Industrie und die Treibhausgas-Emissionen seit 1990 europaweit um 19 % zurückgegangen, dennoch seien die derzeitigen Politikziele und bereits getroffenen Maßnahmen nicht ausreichend, damit Europa seine langfristigen Umwelt- und Klimaziele erreiche.

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Hans Bruyninckx, Direktor der EUA, kommentierte die Beurteilung wie folgt: „Unsere Analyse zeigt, dass viele ökologische Herausforderungen in den letzten Jahren erfolgreich mit Hilfe europäischer Maßnahmen bewältigt wurden. Sie zeigt aber auch, dass wir immer noch die natürlichen Systeme schädigen, von denen unser Wohlstand abhängt. (…) Bis 2050 bleiben uns noch 35 Jahre, um dafür zu sorgen, dass wir auf einem nachhaltigen Planeten leben. Dies mag als ferne Zukunft erscheinen, doch um unser Ziel zu erreichen, müssen wir jetzt handeln. Unsere Maßnahmen und Investitionen müssen noch ehrgeiziger und kohärenter werden. Viele der Entscheidungen, die wir heute treffen, bestimmen, wie wir im Jahr 2050 leben werden.“

 

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