EU will Plastiktüten-Verbrauch stark verringern

Bis Ende 2019 sollen EU-weit nur noch halb so viele leichte Kunststofftragetaschen verwendet werden wie im Jahr 2010, bis 2025 nur noch ein Fünftel. Das entspricht Zielwerten von 90 bzw. 40 Tüten pro Person und Jahr. In Deutschland sind es derzeit 71. Die EU-Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die Ziele zu erreichen, indem sie eine Bezahlpflicht oder ähnlich wirksame Maßnahmen einführen.

Betroffen sind nur dünne (unter 50 Mikrometer) Plastiktüten, die man an der Kasse erhält, nicht dagegen sehr dünne (unter 15 Mikrometer) Tüten an der Käsetheke oder für Obst und Gemüse. Damit soll vermieden werden, dass diese durch aufwändigere, ressourcenintensive Verpackungen wie Schaumstoffschalen ersetzt werden.

Stefanie Werner vom UBA-Fachgebiet „Meeresschutz” sieht die Entscheidung des EU-Parlaments als Schritt in die richtige Richtung: „Untersuchungen belegen, dass sich Plastiktüten regelmäßig in der Meeresumwelt finden, auch an Stränden der deutschen Nord- und Ostsee. Durchschnittlich dreiviertel der marinen Müllfunde bestehen aus Kunstoffen. Dabei werden Plastikteile von Meeresorganismen oft mit Nahrung verwechselt, was zu inneren Verletzungen und Verhungern mit gefülltem Magen führen kann. Eine allgemeine Bezahlpflicht für Plastiktüten im Einzelhandel kann helfen, den Müll in den Meeren zu verringern.”

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Das UBA rät Verbraucherinnen und Verbrauchern, statt Einweg-Plastiktüten möglichst Mehrwegalternativen wie Einkaufstaschen oder -körbe zu verwenden. Tüten aus Materialien wie Biokunststoffen oder Papier sind keine ökologisch sinnvolle Alternative. Sind Einwegtüten einmal angefallen, sollten sie unabhängig vom Material nicht in der Umwelt, sondern in den dafür vorgesehenen Entsorgungsbehältern (im Fall von Kunststoff in der Gelben Tonne oder im Gelben Sack) landen. Außerdem kann die Umweltbilanz von Plastiktüten wesentlich durch den Einsatz von Recycling-Kunststoffen verbessert werden. Tüten mit einem Recyclinganteil von mindestens 80 Prozent sind am Umweltzeichen „Blauer Engel” zu erkennen und bereits im Einzelhandel etabliert.

Quelle: Umweltbundesamt

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