Deutscher Umweltpreis 2015

Umweltpreis
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Mit der Verleihung ihres Deutschen Umweltpreises appelliert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) „an die internationale Staatengemeinschaft, bei den 2015 noch anstehenden Konferenzen in New York und Paris die Weichen in Richtung Zukunftssicherung der Menschheit auf einem stabilen Planeten zu stellen“.

Seit 1993 verleiht die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Deutschen Umweltpreis. Er ist mit 500.000€ dotiert und damit der am höchsten dotierte Preis für den Bereich Umwelt in ganz Europa. Dabei werden die Nominierten nach folgenden Kriterien geprüft:

  • Die ausgezeichnete Leistung sollte in erster Linie Vorbildfunktion für andere Personen, Unternehmen und Organisationen besitzen
  • Die zu prämierende Leistung sollte dazu beitragen, Umweltprobleme rechtzeitig zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Vorsorge- und Umsetzungsstrategien zu entschärfen.
  • Die Verdienste sollten derart überzeugend sein, dass ein Nachahmungseffekt erzielt wird. Entsprechend sollten der Modellcharakter und die praktische Umsetzbarkeit im Vordergrund stehen.
  • Innovative, vernetzte ganzheitliche Lösungsansätze werden besonders berücksichtigt. Dabei werden kooperationsstiftende Leistungen mit interdisziplinärer Ausprägung vorrangig bewertet.

Die Prüfkriterien orientieren sich an den Förderkriterien der DBU und spiegeln gleichzeitig die Leitidee des Preises wieder.

Die Preisträger 2015

Der Klima- und Meeresforscher Prof. Dr. Mojib Latif (60, Kiel) und der global agierende Nachhaltigkeitswissenschaftler Prof. Dr. Johan Rockström (49, Stockholm) haben diesen Kriterien entsprochen. Deshalb dürfen sie am 08. November in Essen von Bundespräsident Joachim Gauck die Auszeichnung und das Preisgeld entgegennehmen. Prof. em. Dr. Michael Succow (74, Greifswald) wird mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.


Prof. Dr. Mojib Latif

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„Ein Wissenschaftler, der Wissen schafft und komplexe Sachverhalte in verständliche Sprache übersetzt“ (Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär des DBU)

© Jan Steffen, GEOMAR Helmholtz-Zentrum
für Ozeanforschung Kiel

Latif ist seit 2003 am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel als Leiter des Forschungsbereiches „Ozeanzirkulation und Klimadynamik“ tätig. Zu seinen Forschungsgebieten gehören dabei die jahreszeitliche und interannuale Variabilität, dekadische und Jahrhundert-Variabilität, die anthropogenen Einflüsse auf das Klima sowie die Entwicklung von Modellen, Analysen und Vergleichen mit Beobachtungen. Ausgezeichnet wird er für seinen wissenschaftlichen Anspruch und Ehrgeiz, Bücher so zu schreiben, dass sich ihre Inhalte einer breiten Öffentlichkeit leichter erschließen. Er engagiert sich sowohl im Rahmen seiner wissenschaftlichen Tätigkeit, als auch privat für das Klima. So ist er unter anderem Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, der Deutschen Gesellschaft Club of Rome und Vorsitzender des Deutschen Klima-Konsortiums. Latif war Mitautor der Berichte des Weltklimarates IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) in den Jahren 2001 und 2007.


Prof. Dr. Johan Rockström

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„Ein Wegweiser in Richtung eines sicheren Aktionsraumes im Erdsystem, dessen definierte Grenzen wir nicht verlassen dürfen.“ (Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär des DBU)

© DBU/Peter Himsel

Seit 2007 ist Rockström Direktor des Stockholm Resilience Center. Aktuell erforscht er die Risiken, die durch das Überschreiten kritischer Grenzen auf planetarer Ebene entstehen, um sie zu verstehen und so eine Gefährdung der menschlichen Weiterentwicklung zu verhindern. Zusammen mit namenhaften Experten entwarf er das Konzept der „planetaren Grenzen“, welches die biophysischen Belastungsgrenzen für die Erde definiert, die den Planeten von seinem jetzigen, für den Menschen wünschenswerten, stabilen Zustand abbringen könnten.


Prof. em. Dr. Michael Succow

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© Michael Succow Stiftung

Der 74-jährige Greifswalder gilt als Ausnahmepersönlichkeit im Naturschutz und wird nun als solche mit dem DBU-Ehrenpreis ausgezeichnet. Kurz nach der Wiedervereinigung der ehemaligen DDR und der BRD setzte er sich für ein Nationalparkpro­gramm im Osten Deutschlands ein. Er schaffte es, 12,1 Prozent der Landesfläche der ehemaligen DDR mit einem einstweiligen und 5,5 Prozent mit einem endgültigen Schutzstatus als Natio­nalpark, Biosphä­renre­servat und Naturpark zu sichern.

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Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär des DBU, warnt angesichts der aktuellen Klimaentwicklung: „Das Tempo für eine wirklich nachhaltige Entwicklung ist viel zu langsam. Die Fakten liegen auf dem Tisch. Unser Planet gerät ernsthaft in Gefahr, wenn nicht entschlossen gehandelt wird.“ Die Arbeit und das Engagement der drei Preisträger ist jedoch ein Lichtblick und lässt auf nachhaltige Veränderungen hoffen – nicht nur klimapolitisch, sondern auch in der Mentalität der Gesellschaft.

Quelle:
https://www.dbu.de/

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