Baum des Jahres 2017: Die Fichte

Baum des Jahres: mehr Aufmerksamkeit für Bäume
Für 2017 hat die Dr. Silvius Wodarz Stiftung die Fichte als Baum des Jahres gewählt

Vor etwa 29 Jahren, im Rahmen eines Gesprächs zwischen dem Umwelt- und Naturschützer Dr. Silvius Wodarz und dem damaligen Leiter des dpa-Büros Nord Dr. Hans-Peter Möhl, entstand die Idee zum Baum des Jahres. Einen Vogel des Jahres sowie eine Blume des Jahres gab es bereits. Warum sollte also nicht auch eine Baumart gewählt werden, der für jeweils ein Jahr ein gesteigertes Interesse zugutekommen soll?

Mit dem Baum des Jahres möchte die Dr. Silvius Wodarz Stiftung (kurz: „Baum des Jahres Stiftung“) die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf das Thema Baum lenken, die Menschen an Bäume heranführen und Sensibilität schaffen und für ein nachhaltiges, baumfreundliches Verhalten werben. Zudem initiiert und unterstützt die Stiftung Pflanz-, Schutz- und Pflege-Maßnahmen. Vor allem im Bereich der Kinder- und Jugenderziehung werden naturpädagogische Maßnahmen gefördert, die dem zunehmenden Mangel an Naturerfahrung und Naturkenntnissen bei Kindern und Jugendlichen entgegen wirken sollen.

Die Baum des Jahres Stiftung rief in diesem Jahr nun schon zum 27. Mal den Baum des Jahres aus – die Fichte. „Man kann zur Fichte stehen wie man will – dennoch haben wir ihr einiges zu verdanken“, meint Dr. Wodarz dazu. „Die Fichte steht schon einige Zeit auf unserer Liste. Ich freue mich, dass wir 2017 über diesen ganz besonderen Jahresbaum diskutieren können.“

Tatsächlich war es die Fichte, die vor gut dreihundert Jahren über die in Deutschland herrschende Holz-Not hinweghalf, weshalb sie auch gerne als Brotbaum bezeichnet wird. Zu diesem Zeitpunkt war ein großer Teil der Wälder abgeholzt, währen der Bedarf an Bauholz, Brennmaterial und Weidefläche stieg. Die Fichte, die nur wenig Nährstoffe und einfach nur eine beständige Wasserversorgung benötigt, war entsprechend ideal für eine Wiederaufforstung geeignet.

Hier zeigt sich jedoch der erste Knackpunkt für die heutige Zeit. Die Fichten haben Schwierigkeiten mit den sich zunehmend verändernden klimatischen Bedingungen, insbesondere die schwankenden Niederschläge, die der Klimawandel mit sich bringt. „Die Fichte hat eine Zukunft in Deutschland – auch in Zeiten des Klimawandels. Es bedarf jedoch etwas Sachverstandes um sie heute sinnvoll in den Wald zu integrieren.“ erklärt Wodarz. Er sieht die Aufgabe der Forstwirtschaft darin, gefährdete Standorte zu erkennen und rechtzeitig mit klimaresistenten Baumarten anzureichern.

Wie bei den meisten Pflanzenarten wird auch bei der Fichte vor einer Monokultur gewarnt. Diese kann zu Versauerung und Nährstoffverlusten des Waldbodens führen und darüber hinaus sind reine Fichtenwälder stark durch Sturm und Forstschädlinge gefährdet. In einem Mischwald jedoch kann das wertvolle, ertragreiche und CO2 -neutrale Fichtenholz in einem stabilen Wald gewonnen werden.

Quelle: http://baum-des-jahres.de/index.php