Erheblicher Umweltschaden durch geplante Pipeline befürchtet

Umweltschützer befürchten große Probleme für die Umwelt, die druch den Bau der neuen Pipeline entstehen können.
Die geplante Pipeline stellt für Umweltschützer eine große Gefahr dar

Der geplante Bau einer neuen Pipeline für Gas in der Ostsee stößt auf viel Kritik. Dennoch wurde nun eine Genehmigung erteilt, die das Projekt ein großes Stück voranbringt. Kritiker erneuern nun ihre Warnungen zu Problemen, die dieses Projekt mit sich bringen kann. Neben Energiepolitik ist auch die Umwelt stark von dem geplanten Bau der Pipeline bedroht.

In den Küstengewässern vor Mecklenburg-Vorpommern soll eine neue Pipeline für Gas entstehen. Diese Woche hat das Bergamt Stralsund nun seine Genehmigung erteilt. Zwar fehlen bisher noch weitere Genehmigungen vom Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie sowie von Dänemark, Schweden und Finnland, jedoch kann der Bau der Trasse durch die aktuelle Genehmigung bereits beginnen. Entgegen der Freude auf Seiten der Verantwortlichen stößt das Projekt in der EU und bei den Grünen auf Widerstand. Und auch die Umweltverbände WWF und NABU äußern sich anlässlich der Genehmigung sehr besorgt.

Ostsee Pipeline im Widerspruch zu Umweltrichtlinien

Neben Osteuropäische Ländern hat sich auch die USA zu diesem Vorhaben geäußert. Sie alle befürchten energiepolitische Konsequenzen. WWF, NABU und Grüne haben zudem große Sorgen bezüglich der Belastung der Umwelt in dieser Trasse. Denn die geplante Pipeline durchläuft im deutschen Zuständigkeitsbereich fünf Meeresschutzgebiete der Ostsee. Sie betreffen seltene Seevögel, Schweinswale, Mergelriffe und streng geschützte Seegraswiesen. Die Umweltverbände warnen deshalb, dass durch die 55 Kilometer lange und 80 Meter breite Trasse nicht nur Lebensräume zerstört, sondern auch die Nährstoffbelastung weiter erhöht. Damit gefährdet die Pipeline nicht nur Ziele der europäischen Fauna-Flora-Habitat Richtlinie, sondern auch diejenigen im Meeresstrategie-Rahmen.

Natürlich haben die Kritiker ihre Bedenken mitgeteilt, jedoch stießen diese laut Verbänden auf wenig Resonanz. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller beanstandet, dass Verantwortliche Daten zur Beurteilung der Umweltauswirkungen zurückhielten, Unbequeme Fragen verhindert und Diskussionen abgebrochen worden wären, wenn es um die Notwendigkeit der Pipeline ging. Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz des WWF, sieht es als „offensichtlich, dass das Projekt politisch gegen alle Widerstände durchgedrückt werden soll.“ Auch Argumenten der Bundeswehr wurde im Verfahren nicht weiter nachgegangen. Sie fordert spezielle Tests der Pipeline zu den Gefahren einer Havarie, die für den Umweltschutz eine Katastrophe bedeuten würde. Grünen-Landeschefin Claudia Müller: „Damit hat eine Landesbehörde ein weiteres Mal deutschen Wirtschaftslobbyismus über die Interessen der Region und ihrer Bevölkerung gestellt.“

Quellen: NDR, NABU, WWF