Vision: Der nachhaltige Supermarkt

Precycling statt Plastikverpackung

Precycling statt Recycling heißt das Zauberwort. Der Supermarkt der Zukunft verzichtet auf Einwegverpackungen, stattdessen kann der Kunde sich selbst seine Aufbewahrungsbehälter mitbringen. Die Idee soll nun erstmals in Berlin umgesetzt werden.

Der Name des künftigen Einkaufsmarktes sagt schon alles: Original unverpackt verfolgt die Philosophie „Zero waste“. Abfall soll bei diesem Konzept in der gesamten Lieferkette vermieden werden, vom Erzeuger bis zum Verbraucher. Dadurch werden wertvolle Ressourcen wie etwa Wasser und Erdöl, die für die Produktion von Einwegverpackungen notwendig sind, geschont. Doch wie transportiert nun der Kunde seine eingekaufte Ware? Hierfür kann der Einkäufer eigene Aufbewahrungsbehälter mitbringen, wiederverwendbare Behältnisse im Laden erhalten oder recycelte Papiertüten mit Produkten aus dem weitgefächerten Warensortiment befüllen.

Das Team hinter der Idee ist sich einig: Egal ob im Bioladen oder den gängigen Supermarktketten – auf viele der Verpackungen könnte man getrost verzichten. Was sich bei der Vermeidung von Plastiktüten schon vielfach durchgesetzt hat, nämlich, dass Einkäufer ihre eigenen Taschen mitbringen, soll nun auch für den Schutz und Transport der einzelnen Waren gelten. Erbsen, Öle, Mehl, Duschgel, Nudeln – alles, was man sonst in einem Supermarkt findet, soll in ihrem Laden zu kaufen sein und in der jeweils gewünschten Menge abgefüllt, abgewogen und bezahlt werden.

Das Konzept des Precyclings hat dabei zwei entscheidende Vorteile: Erstens wird auf diese Weise der Verpackungsmüll beim Einkaufen weitgehend vermieden, und zweitens kaufen die Leute nur die Menge ein, die sie wirklich brauchen. So landen später vielleicht auch weniger Lebensmittel im Müll, die schlicht vergammelt sind. Doch wird der Supermarkt kein reiner Bioladen werden. Viel wichtiger ist den Gründerinnen der regionale und saisonale Bezug der Produkte. Denn eine Biogurke aus Israel mitten im Winter würde dem nachhaltigen Konzept widersprechen. 

Dass der Supermarkt Erfolg verspricht, lässt sich schon vor seiner Eröffnung an seinen Fans auf Facebook, den Presseanfragen und den Menschen, die schon jetzt am liebsten dort einkaufen möchten, erahnen. So lässt sich das Ziel, den wachsenden Markt an deutschen Konsumenten, die zunehmend bewusster einkaufen, zu bedienen und das Einkaufserlebnis völlig neu zu gestalten mit großer Sicherheit verwirklichen. Die erste Filiale wird, wie sollte es anders sein, im hippen Berlin eröffnet. Doch sind bei Erfolg der Idee weitere Eröffnungen geplant.

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Wann genau nun der erste Original Unverpackt-Markt eröffnet werden kann, steht noch nicht fest. Dafür aber die Finanzierung. Durch Crowdfounding konnte das Start-up die 45.000 €-Finanzierungsmarke knacken. Wie dringlich die Verwirklichung des Konzepts ist, zeigen diese Zahlen des WWF: Ein Drittel der weltweiten Produktion, 1,3 Mrd. Tonnen Lebensmittel, landet jährlich auf dem Müll. Darüber hinaus treiben laut WWF täglich 8 Millionen Teile, wie PET-Flaschen, Kanister und Zahnbürsten in den Weltmeeren. 

Der Supermarkt Original Unverpackt ist da ein erster und wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aktuelle Meldungen und Neuigkeiten zu der Vision können unter http://original-unverpackt.de/ verfolgt werden. 

 

 

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