Verpackungsmüll: Immernoch zu viel

Laut dem Umweltbundesamt produzierten wir Deutschen im Jahr 2016 mehr Verpackungsmüll als im Jahr 2015.
Laut dem Umweltbundesamt produzierten wir Deutschen im Jahr 2016 mehr Verpackungsmüll als im Jahr 2015.

Wir Menschen verbrauchen nach wie vor zu viel Plastik. Doch man mag das Gefühl haben, dass das Bewusstsein für Verpackungsabfälle bei uns Deutschen wächst. Wie viel Verpackungsmüll wir Deutsche jedes Jahr produzieren zeigt der jährliche Bericht durch das Umweltbundesamt (UBA). Nun erschien der aktuelle Bericht für das Jahr 2016. Er zeigt: unser Verbrauch von Verpackungen ist im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen. Das UBA sieht allerdings auch die möglichen Ursachen.

Jedes Jahr veröffentlicht das Umweltbundesamt (UBA) seinen aktuellen Bericht zum Aufkommen und der Verwertung von Verpackungen in Deutschland. Nun wurde der Bericht für das Jahr 2016 veröffentlicht. Doch trotz des gefühlt steigenden Bewusstseins für Verpackungsmüll ist das Ergebnis weniger erfreulich. Denn insgesamt kamen 2016 18,16 Millionen Tonnen Verpackungsmüll an. Ein Anstieg um 0,05 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Menge entspricht einem Verpackungsabfall von 220,5 kg pro Kopf. Der Mittelwert der EU für 2016 beträgt nur 167,3 kg pro Kopf, somit liegen wir hier in Deutschland weit über dem Durchschnitt.

„Wir produzieren viel zu viel Verpackungsmüll – ein trauriger Spitzenplatz in Europa. Das ist schlecht für die Umwelt und für den Rohstoffverbrauch. Zunächst müssen wir das Recycling und den Rezyklateinsatz weiter stärken, um Ressourcen zu schonen. Und vor allem müssen wir Müll vermeiden, auch schon in der Produktionsphase durch den Verzicht auf unnötige und unnötig materialintensive Verpackungen. Außerdem sollten Mehrwegsysteme gestärkt werden, die klare ökologische Vorteile gegenüber Einwegverpackungen haben“, so Maria Krautzberger, Präsidentin beim Bundesumweltamt.

Mögliche Ursachen für den vermehrten Verpackungsmüll

70 Prozent des Verpackungsmülls wurden 2016 recycelt, der Großteil der restlichen 30 Prozent wurde energetisch verwendet. Der Bericht zeigt allerdings, dass die Recyclingquoten von Verpackung zu Verpackung variieren. So ist sie bei Glas, Papier/Karton, Aluminium und Stahl mit 85,5 bis 92,1 Prozent eher hoch, während Holz mit nur 26 Prozent schlecht abschneidet. Bei Kunststoffverpackungen liegt der Wert mit 49,7 Prozent immerhin 0,9 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Erstmals wurde somit mehr Kunststoff zum Recycling zugeführt, als der energetischen Verwertung. „Insbesondere bei Kunststoffen müssen wir das wertvolle Material stärker dem Recycling zuführen und weiter nutzen“, so Krautzberger.

Unser Konsumverhalten zählt

Die Ursachen für den hohen Verpackungsverbrauch sieht das Umweltbundesamt unter Anderem in den zusätzlichen Funktionen der Verpackungen. So kommen beispielsweise aufwändigere Verschlüsse und Dosierhilfen hinzu. Durch das hinzukommende Material wird das Recycling immer schwieriger.

Eine andere Ursache könnte laut dem Bericht auch das sich ändernde Einkaufsverhalten der Deutschen sein. Man tendiert immer mehr zu kleineren Portionen anstatt Großverpackungen, zu Versandhandel anstatt Vor-Ort-Kauf und zu Außer-Haus-Verzehr. Zwar wurde der pro Kopf Verbrauch von Kunststoff beim Endverbraucher um 0,1 kg weniger, dafür stieg jedoch die Menge an Glas- und Aluminiumverpackungen, welche Kunststoff anscheinend ersetzen sollen.

Die Herstellung dieser Verpackungen benötigt allerdings sehr viel Energie, weshalb Maria Krautzberger mahnt: „Kunststoff durch andere Verpackungsmaterialien zu ersetzen ist nicht immer ökologisch sinnvoll. Besser ist es, weniger Verpackungsmaterial zu nutzen und die Verpackungen weniger aufwändig zu gestalten.“

Quelle: Bundesumweltamt