Tag der Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung
Für 2018 fiel der symbolische "Tag der Lebensmittelverschwendung" auf den 2. Mai

Das Problem der Lebensmittelverschwendung ist ein altbekanntes. So werden einer WWF-Analyse zufolge allein in Deutschland jährlich rund 18 Mio. Tonnen an Nahrungsmitteln verschwendet. Das ist umgerechnet fast ein Dritter des aktuellen Verbrauchs von Lebensmitteln der Bundesrepublik. Auf das Jahr gerechnet sind damit alle „Food- and Beverage“-Produkte, die bis zum 2. Mai produziert wurden, sprichwörtlich für die Tonne. Damit war der gestrige Tag offiziell der symbolische „Tag der Lebensmittelverschwendung“.

Die Bundesregierung hat sich in der Vergangenheit immer wieder zu dem Ziel bekannt, die Lebensmittelverluste bis 2030 halbieren zu wollen. Rechnerisch müsste damit der symbolische „Tag der Lebensmittelverschwendung“ eigentlich jedes Jahr um mehrere Kalendertage nach vorne rutschen.

Die offiziellen Zahlen jedoch geben ein anderes Bild. Entsprechend groß ist die Kritik: „Seitens der Bundespolitik hat es in der Vergangenheit viele Ankündigungen gegeben. Aber bis heute fehlt es an einer fundierten Erfassung der Lebensmittelverluste. Damit ist es auch nicht möglich nachzuweisen, ob überhaupt und was konkret erreicht worden ist. Wir brauchen endlich eine abgestimmte nationale Strategie zur Verminderung von Lebensmittelverlusten, die klare und verbindliche Zielvorgaben vom Produzenten über die Lebensmittelindustrie bis hin zum Handel und der Gastronomie erarbeitet.“

Aktuell liegt die Ergreifung von Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung in der Hand der Bundesländer – mit sehr unterschiedlichem Erfolg. Dies zumindest zeigt eine Studie des WWF  in Zusammenarbeit mit dem Institut für nachhaltige Ernährung (iSuN) der Fachhochschule. Das CleanEnergyProjekt berichtete dazu.

Politische Maßnahmen

Angesichts der Ergebnisse fordert der WWF von der Bundespolitik:

  • Die Initiierung eines nationalen Strategieentwicklungsprozess noch im Jahr 2018. Das Ziel: bis 2020 eine nationale Strategie mit verbindlichen Zielen und Maßnahmen für die Branchen entlang der Wertschöpfungskette zu entwickeln.
  • Die Initiierung eines gesamtgesellschaftlichen Dialogs ab 2019. Das Ziel: Wege zu einem zukünftig nachhaltigen und gesunden Ernährungssystem in Deutschland zu beleuchten.
  • Die Etablierung einer personell und finanziell gut ausgestatteten, unabhängigen Koordinierungsstelle. Diese soll Strategieprozesse leiten und Aktivitäten auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene sowie der Ebene der Bundesländer koordinieren und für die regelmäßige Berichterstattung zur Zielerreichung verantwortlich sein.
  • Die integrative Berücksichtigung des Lebensmittelverlust-Problems in der zukünftigen, derzeit verhandelten und von 2021 – 2028 gültigen GAP (gemeinsame EU-Agrarpolitik).
  • Die Etablierung der Pflicht zur „guten Managementpraxis“ für Lebensmittel-erzeugende/verarbeitende Betriebe durch das, die auch Mengenerhebungs- und Bilanzpflichten für bestimmte Einheiten wie Großküchen beinhaltet.
  • Die Verankerung des Themas „Lebensmittelverlust“ in der zukünftigen bundeseinheitlichen Ausbildungsordnung vor allem für gastgewerblichen Berufe sowie des Kochs.

Eigeninitiative gegen Lebensmittelverschwendung

Wer jedoch nicht auf politische Maßnahmen warten möchte und selbst gegen die Lebensmittelverschwendung tun möchte, dem könnten folgende Tipps des Bundeszentrum für Ernährung helfen:

  1. Einkauf planen und bewusst einkaufen
  2. Lebensmittel richtig lagern
  3. Haltbarkeit prüfen
  4. Beim Kochen Portionen richtig einschätzen
  5. Reste einfrieren oder weiterverwerten

Wer trotzdem auf seinen Resten sitzen geblieben ist, der kann sich einmal die „Zu gut für die Tonne“- App des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft anschauen. Diese bietet mittlerweile über 340 Rezepte zur Zubereitung leckere Restegerichte. Und wer selber keine Reste hat, sowieso nicht so gerne kocht und trotzdem helfen möchte, der kann sich einmal die „Too Good To Go“-App anschauen. Diese vermittelt überproduzierte Lebensmittel von Restaurants zum reduzierten Preis an Kunden.

Quellen:
http://www.wwf.de/2018/mai/bis-heute-fuer-den-muell/
http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Studie_Bundeslaender_und_Lebensmittelverschwendung.pdf
https://www.bzfe.de/lebensmittelverschwendung-1868.html
https://www.zugutfuerdietonne.de/praktische-helfer/app/
https://toogoodtogo.de/about-us

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