Neues Recyclingverfahren für Aluminium-Plastik-Mischstoffe

Viele Materialien, die wir im täglichen Leben benutzen, stellen beim Recycling ein großes Problem dar. Das sieht man sehr gut am Beispiel Kaffeekapseln. Allein 4000 Tonnen des Mischmaterials werden in Deutschland pro Jahr entsorgt. Da die Kapseln zumeist aus einer Mischung aus Aluminium und Plastik bestehen, war die Wiederverwertung bisher schwierig. Und von solchen Verbindungen werden sehr viele produziert. Auch Zahnpastatuben oder Getränkekartons sind aus ähnlichen Mischmaterialien.

Ingenieure der englischen Firma Enval haben sich darüber Gedanken gemacht, wie diese Stoffe am besten zu trennen und damit zu recyclen wären. Das Resultat ist ein Verfahren, dass sie jetzt auch kommerziell zur Anwendung bringen möchten.

Folgendes passiert: Mittels eines chemischen Vorgangs, der sogenannten Pyrolyse, werden die einzelnen Bestandteile unter großer Hitze (ca. 600 Grad Celsius), aber ohne Sauerstoff (und damit ohne Verbrennung), voneinander getrennt. Das funktionierte bei ersten Tests in einer haushaltsüblichen Mikrowelle. Das Plastik zerfällt so in kleine Aschepartikel und kann leicht vom Aluminium getrennt werden.

Das Verfahren, das in einer Mikrowelle seinen Anfang nahm, wird mittlerweile von großen Firmen wie Nestlé unterstützt. So konnte eine Anlage gebaut werden, die rund 2000 Tonnen Müll jährlich wiederverwerten kann. Viele britische Recyclingfirmen haben jetzt Interesse an dem Verfahren bekundet und es lizensiert. Bisher mussten sie derartige Materialien auf Deponien lagern oder verbrennen. Nun hoffen die Entwickler, rund 16.000 Tonnen Aluminium im Jahr auf diese Weise aufbereiten zu können.

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