Nachhaltigkeit aus dem 3D-Drucker (Teil 3)

3d-Druck der Zukunft
Konzeptreifen "Vision" von Michelin: der Reifen der Zukunft aus dem 3D-Drucker © Michelin

Viele der aktuellen 3D-Druck-Projekte feiern bereits jetzt schon Erfolge. Erst letzten Monat veröffentlichte Forbes seine aktualisiert „30 under 30“-Liste herausgebracht, auf der sich auch 5 Menschen befinden, die mit 3D-Druck-Innovationen reich geworden sind. Doch was hält die Zukunft für uns bereit, abgesehen von Häusern und Kleidern aus dem Drucker? Hierzu gibt es bereits einige Ideen. Über 3D-Drucker in der Zukunft.

Reifen aus dem 3D-Drucker

Der französische Reifenhersteller Michelin stellte im Sommer dieses Jahres den Reifen der Zukunft vor. Er muss weder mit Luft befüllt noch gewechselt werden, stattdessen sollen sie „aufladbar“ sowie biologisch abbaubar sein – und: sie kommen aus dem 3D-Drucker. Der Konzeptreifen „Vision“ zeichnet ein innovatives Bild für Autohersteller und -Fahrer der Zukunft. Er soll aus biologisch abbaubarem, schwammartigem Material bestehen, das unter anderem Pflanzenrückständen und pflanzlichen Haushaltabfällen erzeugt wird. Ist das Profil einmal heruntergefahren, kann es an einer Servicestation per 3D-Druck wieder aufgedruckt werden. Michelin nennt diesen Vorgang „aufladen“, den Service „Print & Go“. Durch eingebaute Sensoren soll der Reifen sogar intelligent werden. Es soll Profilabnutzung sowie Saisonwechsel (Sommer-Winter) erkennen und den Fahrer rechtzeitig warnen.

Aktuell ist dies noch eine Zukunftsversion, doch in ein paar Jahren vielleicht ist es dann schon 3D-gedruckte Realität.

3D-Drucker in der Zukunft – Recycling im Eigenheim

Bereits jetzt setzen sich StartUps und Forschungsprojekte mit dem Recycling direkt zu Hause auseinander. Es gibt Geräte, mit denen Experimentierfreudige eigene misslungene 3D-Produkte wieder zu Filament umwandeln können. Andere versuchen sich an 2-in-1 Lösungen bei denen Recycling und 3D-Druck von einem Gerät bewältigt werden können. Insbesondere PVC bereitet hier aufgrund der toxischen Dämpfe, die bei der Verarbeitung austreten, noch Probleme.  Und auch nicht alle Plastik-Abfälle eignen sich für eine direkte Weiterverarbeitung, denn nicht jedes Kunststoffteil ist rein genug. An der Überwindung dieser Probleme und Herausforderungen wird bereits gearbeitet, sodass in vielleicht nicht allzu ferner Zukunft der ein oder andere Mülleimer durch einen 3D-Drucker ersetzt werden kann. Dadurch würde sich nicht nur die Abfallbelastung verringern. Es könnten beispielsweise auch viel einfacher Reparaturen durchgeführt werden, indem Ersatzteile direkt zu Hause hergestellt werden.

3D-Druck im Weltall

Seit etwa drei Jahren schon befindet sich auch im Weltall ein 3D-Drucker, besser gesagt auf der internationalen Raumstation. Erste Versuche des 3D-Drucks in der Schwerelosigkeit wurden bereits 1999 unternommen. Genutzt wird der Drucker insbesondere zum Recycling von Plastik. Die NASA forscht weiter an den Möglichkeiten, die ein solches Gerät bieten kann. Insbesondere in Hinblick auf entfernter liegende Ziele der Menschen, wie dem Mond oder dem Mars. Niki Werkheiser, die auf die Produktion im All spezialisiert erklärt dazu: „Neue Vorräte würden Wochen brauchen, um den Mond zu erreichen und beim Mars dauert es Monate – eine sehr lange Zeit.“

An den Mars denken nicht nur die Wissenschaftler und Ingenieure der NASA. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Blick auf den roten Planeten gerichtet. Ihre Pläne gehen dabei gleich ein gutes Stück weiter. Da geht es nicht mehr nur um die Grundversorgung. Die milliardenschweren Scheichs planen bereits für das Jahr 2057 die Einrichtung einer Polizeistation auf dem Mars. Diese soll gleichermaßen von Menschen und Robotern geführt werden. Grundlegend unterstützt werden soll das ganze durch hochmoderne 3D-Drucker. Versorgt mit Metallen aus dem Marsboden, sollen sie Häuser, Fahrzeuge u.v.m. herstellen.

Wie sich der 3D-Druck in den nächsten Jahren weiterentwickelt und welche Chancen sich dabei noch ergeben werden, bleibt abzuwarten. Die Möglichkeiten scheinen wortwörtlich bis ins All zu reichen.

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Quellen:
https://www.3ders.org/articles/20171115-5-3d-printing-stars-make-forbes-30-under-30-manufacturing-2018-list.html
https://www.heise.de/tr/artikel/Recycling-Roboter-fuer-3D-Druck-1859906.html
https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/3d-druck/3d-druck-michelin-verwandelt-sommer-in-winterreifen/
http://www.chip.de/news/Reifen-rollt-aus-Drucker-Michelin-erfindet-das-Rad-neu_123758317.html
https://www.3d-grenzenlos.de/magazin/zukunft-visionen/nasa-refabricator-ermoeglicht-recycling-3d-druck-im-all-27299943/
https://www.3d-grenzenlos.de/magazin/zukunft-visionen/polizeistation-mars-mit-3d-drucker-abu-dhabi-27325303/