Licht aus nach Abpfiff

Fußballclubs werden immer „grüner“. Sie installieren Photovoltaikmodule auf ihren Stadiondächern, gleichen ihren CO2-Fußabdruck aus oder betreiben eigene Blockheiz-kraftwerke. Nur mit dem Energiesparen scheinen sie es nicht so wirklich zu haben. – Dieser Gedanke ging mir neulich durch den Kopf, als ich, wie jeden Abend, nach der Arbeit mit der Bahn an der hell beleuchteten Münchner Allianz-Arena vorbei fuhr.

Seit 2009 werden in der 2006 erbauten Arena „durch viele kleine Einzelmaßnahmen in Shops, Konferenzräumen, VIP-Logen, Mannschaftskabinen und Medienräumen jährlich rund eine Million Kilowattstunden Strom gespart und damit 600 Tonnen CO2 vermieden – was indes nur einen Anteil von etwa fünf Prozent der Gesamtbilanz der Arena ausmacht“, wie Horst Hamm und Ilona Jerger in ihrem auf Spiegel Online veröffentlichen Artikel „Grün gewinnt“ schreiben.

Doch die Idee, auf die aufwendige Beleuchtung der Fassadenhülle des Stadions zu verzichten, die nächtelang den Stromzähler strapaziert, scheint wohl doch zu viel verlangt. – Wäre ja auch tragisch, wenn man die Anlage des Nachts nicht mehr vom Olympiaberg aus bestaunen könnte.

Und ich scheine mit dieser Meinung nicht alleine zu sein: Eine im Auftrag des Energieanbieters LichtBlick durchgeführte Umfrage unter 1.000 Bundesbürgern kommt zu dem Ergebnis, dass 52 Prozent der Deutschen dafür sind, dass die Stadionlichter nach Abpfiff einer Sportveranstaltung abgeschaltet werden. Auch den Umstieg sämtlicher Arenen auf klimafreundlichen Ökostrom, hält ein Drittel der Befragten für sinnvoll.

Stromsünden, wie das Beheizen von Zuschauertribünen im Winter, treffen, laut Lichtblick, bei der Bevölkerung auf wenig Verständnis. Sogar der Bundesliga-Spielplan erntet in der Umfrage vorsichtige Kritik. Immerhin jeder fünfte Deutsche würde den Matchplan der Profis zugunsten der Umwelt gerne in die Sommermonate verlegen, um aufwendig beleuchtete Spiele im Flutlicht zu vermeiden.

Wäre doch toll, wenn BVB, FC Bayern und Co. in Zukunft nicht nur die Fußball-Tabellenliste anführen, sondern auch einen Spitzenplatz im Umgang mit Energie einnehmen würden.

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