Zu gut für die Tonne!

Lebensmittelverschwendung
Lebensmittelverschwendung

Jährlich werfen wir – nach einer Studie der Universität Stuttgart aus dem Jahre 2012 zu Folge – pro Person durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Das entspricht etwa zwei vollgepackten Einkaufswagen. Auf ganz Deutschland hochgerechnet ergibt das insgesamt 6,7 Millionen Tonnen. Immer mehr Initiativen wenden sich gegen diese Lebensmittel-verschwendung. Der Bundeswettbewerb „Zu gut für die Tonne!“ zeichnet diese für Ihr Engagement aus.

Der Wettbewerb des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist offen für alle: ganz gleich ob Unternehmen, Gastronom, Landwirt, wissenschaftliche Einrichtung, Privatperson, NGO, Kommune oder Initiative – jeder kann sich bis zum 31.Oktober 2016 mit seinem Projekt bewerben und damit als Beispiel für alle dienen. Schließlich sollen bis zum Jahr 2030 die vermeidbaren Lebensmittelabfälle halbiert werden. Denn Bis 2050 müssen weltweit Nahrungsmittel für neun Milliarden Menschen erzeugt werden – bei begrenzten und zunehmend gefährdeten Ressourcen. Darüber hinaus ließe sich mit der Reduktion von Lebensmittelabfällen auch das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid einsparen.

Was für eine Nominierung zählt sind eine gute Idee und der besondere Einsatz, die dabei helfen, Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Entscheidend sind vor allem die Themengenauigkeit. Das bedeutet, die Initiative sollte zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen entweder direkt oder durch eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit beitragen. Darüber hinaus zählt die Innovation bzw. Kreativität der Idee und das Engagement der Beteiligten. Dass es sich bei den Ideen nicht nur um Luftschlösser handelt, sollte durch eine zu erwartende erfolgreiche Umsetzung oder bereits gelungene Realisierung des Projekts garantiert werden. Damit die ausgezeichneten Ideen flächendeckend wirken können, sollten diese zuletzt auch in anderen Städten oder mit einer anderen Zielgruppe durchführbar sein.

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Die Vergabe des Preises erfolgt schließlich durch eine Jury in den Kategorien Handel, Produktion, Gastronomie und Gesellschaft & Bildung. Wessen Idee, Verfahren, Aktion oder Projekt zur Vermeidung von Lebensmittelabfall noch auf die Umsetzung wartet, der hat bei dem Bundeswettbewerb die Chance den Förderpreis in Höhe von 3.000 Euro zu gewinnen. So konnte sich der Verein “Restlos glücklich“ aus Berlin im vergangenen Jahr über das Preisgeld freuen und damit seine Idee, kreative Gerichte aus „geretteten“ Lebensmitteln zu kochen, verwirklichen. Das Restaurant kocht fast ausschließlich mit aussortierten Lebensmitteln von Supermärkten, dem Groß- und Einzelhandel und Bauern, die aus ästhetischen oder anderen Gesichtspunkten nicht mehr verkauft werden. Ähnlich funktioniert die „Schnippeldisko“ vom Slow Food Youth Verein Deutschland, die 2016 in der Kategorie Gesellschaft und Bildung den Förderpreis verliehen bekam. Für diese besondere Art der Disko wird Gemüse beim Erzeuger eingesammelt, während einer öffentlichen Veranstaltung mit Musik und DJ geschnippelt und schließlich zu einem genussvollen Mahl verarbeitet. Die Schnippeldisko zielt damit besonders auf jüngere Leute ab und soll diesen das Bewusstsein für das Thema Lebensmittelverschwendung und für andere Prozesse des Lebensmittelsystems schärfen.

Wer sich nun vom Bundeswettbewerb angesprochen fühlt, der sollte sich mit seiner Idee bewerben. Denn: Engagement gewinnt!

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