Immer häufiger Katastrophen wegen Wasserknappheit

Wasserknappheit
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Der World Wildlife Fund (WWF) warnt, dass eine unserer wertvollsten Ressourcen immer knapper wird: Das Süßwasser. Bereits jetzt haben über 780 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Schlechtes Wassermanagement, der Klimawandel und die steigende Weltbevölkerung werden die Situation in den nächsten Jahrzehnten deutlich verschärfen, prognostiziert die Umweltstiftung. Das werde zu immer häufigeren humanitären Katastrophen führen. Betroffen sind nicht nur Dritte-Welt-Länder, auch Deutschland und anderen Industriestaaten werden den Wassermangel zu spüren bekommen.

Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht. Und ein Luxus, dem sich vor allem in den Industrieländern nur die wenigsten bewusst sind. Von Kindheit an wachsen wir mit der Selbstverständlichkeit auf, einfach den Hahn aufzudrehen und schon fließt Wasser in Trinkqualität.

Laut WWF verbraucht jeder Deutsche im Schnitt 127 Liter davon pro Tag zum Trinken, Zähne putzen, Duschen usw. Der WWF schreibt, rechne man das für unsere Nahrung und Konsumgüter verbrauchte Wasser mit ein, liege der Verbrauch pro Tag und Kopf sogar bei knapp 5.300 Litern. Für alle 81 Millionen Bundesbürger ergibt das die unvorstellbare Menge von fast 430 Milliarden Litern Wasser (429.300.000.000) – jeden einzelnen Tag.

Und das gilt nicht nur für Deutschland. In anderen Industriestaaten sieht es ähnlich aus. In Norwegen verbrauchen die Menschen sogar deutlich mehr Wasser als bei uns. Laut WWF sind es dort 260 Liter täglich. In der Regel verbrauchen Industrieländer zehnmal so viel Wasser wie Entwicklungsländer. Wir nutzen sauberes Trinkwasser für Dinge, die in Regionen mit weniger Wasser undenkbar wären. Autowaschen zum Beispiel. Oder das Bewässern von Rasen und Ziergärten. Wassersparen haben bei uns nur die wenigsten verinnerlicht. Warum aus, es gibt ja wortwörtlich Wasser im Überfluss. Doch stimmt das wirklich?

Was bei uns selbstverständlich ist, gilt bei weitem nicht überall. Weltweit haben mehr als 780 Millionen Menschen, gut zehn Prozent der Weltbevölkerung, keinen Zugang zu sauberem Süßwasser. Viele Menschen in Afrika müssen mit 20 Liter Wasser pro Tag auskommen. Soviel verbrauchen wir beim Duschen in 1,5 Minuten. Doch auch bei uns könnte das Wasser bald immer knapper und die Qualität immer schlechter werden, warnt aktuell der WWF.

Der Grund sei die rasant wachsenden Weltbevölkerung und die immer größere Nachfrage der Industrie und Landwirtschaft. Bis 2050 könnte der Wasserbedarf laut WWF um 50 Prozent steigen. Schlechtes Management der Wasservorräte und die Erderwärmung verschärfen das Problem zusätzlich. Der Klimawandel wird immer häufiger Dürren auslösen, der Regen bleibt aus, Flüsse vertrocknen.

Bereits in den vergangenen 100 Jahren sind laut WWF weltweit mehr als die Hälfte der Flusssysteme, Moore und Seen verschwunden. Die immer größere Wasserknappheit wird künftig vermehrt zu ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Katastrophen führen, warnt der WWF. Viele Experten prophezeien sogar, dass die Kriege der Zukunft nicht mehr um Öl, sondern um Wasser geführt werden.

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Auch bei uns könnte es in Zukunft weniger Wasser geben. Zwar bei weitem nicht so wenig wie in trockenen Gebieten, doch der WWF betont, dass auch Deutschland ein Wasserproblem bevorstehe – wenn auch zunächst nur indirekt. So sei gerade die Wirtschaft auf Produkte angewiesen, die im Ausland unter Einsatz großer Wassermengen hergestellt oder gefördert werden: spanisches Gemüse, indische Baumwolle, Metalle aus Südafrika. Wenn dort das Wasser fehlt, bekommen auch wir das zu spüren.

Ein weiteres Problem: Die steigende Wasserknappheit könnte in den kommenden Jahrzehnten dazu führen, dass Millionen Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Ziel dieser Migranten wären Regionen, in denen es noch genug Wasser gibt. Auch auf Deutschland könnte dann die nächste Flüchtlingskrise zurollen. Vielleicht sogar noch größer als aktuell.

Momentan hat die globale Erwärmung und das Klimaphänomen El Nino in Teilen von Afrika zu einer der schlimmsten Dürren seit 50 Jahren geführt. Der Boden ist vertrocknet, Ernten fallen aus, das Vieh vielerorts verendet und die Menschen müssen hungern. Hilfsorganisationen bitten um Spenden für die Betroffenen (CEP berichtete).

Das verdeutlicht, wie glücklich wir uns schätzen können, dass das Wasser bei uns (noch) immer fließt. Und, dass wir diesen Luxus nicht als selbstverständlich sehen sollten.

Quelle: WWFSpiegel.de

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