Globale Erwärmung: Fossile Rohstoffe müssen in der Erde bleiben

Um den weltweiten Temperaturanstieg auf die von den Vereinten Nationen festgelegten 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, müssen gewaltige Vorkommen fossiler Rohstoffe wie Öl, Erdgas und Kohle dort bleiben, wo sie sind – nämlich in der Erde. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt Forscher des University College London (UCL) laut einer im Magazin Nature veröffentlichten Studie und zeigen auf, wie sehr sich bestimmte Regionen beim Rohstoffabbau einschränken müssten.
Konkret bedeutet dies: 90 Prozent der momentan noch bestehenden Reserven an US-amerikanischer und australischer Kohle müssten im Boden bleiben. Im Mittleren Osten sind es rund 40 Prozent der bisher unangetasteten Ölvorkommen. In der Arktis dürften die gesamten fossilen Brennstoffe nicht gefördert werden. Auch die noch existierenden kanadischen Teersandöl-Vorkommen dürften nicht ausgebeutet werden. Indien und China müssten auf den Abbau von 66 Prozent ihrer Kohlereserven verzichten, Afrika auf 85 Prozent. Weltweit betrachtet müssten 82 Prozent der heutigen Reserven in der Erde bleiben.
Andernfalls drohen ernsthafte klimatische Veränderungen, verursacht durch den enormen Ausstoß an Treibhausgasen, die bei der Förderung und anschließenden Verbrennung dieser Rohstoffe entstehen würden. Alle weltweit noch existierenden Reserven könnten gewaltige 11.000 Gigatonnen an CO2 in die Atmosphäre blasen. Der Erde steht, aktuellen Prognosen zufolge, ein Temperaturanstieg von durchschnittlich mindestens 5 Grad Celsius gegenüber den vorindustriellen Zeitalter bevor, sollten die Vorkommen weiter ausgebeutet werden. Alle Hoffnung liegt nun auf dem UN-Klimagipfel im Dezember diesen Jahres, bei dem unbedingt ein globaler Klimavertrag geschlossen werden sollte, um die Folgen des Klimawandels einzudämmen.

1 Kommentar

  • Hoffnung UN-Klimagipfel: Der nächste Gipfel in Paris wird uns wieder enttäuschen…

    Auf dem UN-Klimagipfel im Dezember 2015 in Paris wird genauso viel entschieden werden wie auf den bisherigen Gipfeln, zu wenig. Das ist eine pessimistische Einschätzung, zugegeben, doch die enttäuschenden Ergebnisse der früheren Klimagipfel waren auch alles andere als ermutigend.

    Das Überleben der Weltgemeinschaft hängt sprichwörtlich von den Entscheidungen der Vertreter ab, die bestenfalls die Interessen ihrer eigenen Regierungen durchzusetzen ermächtigt sind. Zu einheitlichen Entscheidungen kann es so nicht kommen. Erst Naturkatastrophen, die ganze Länder verwüsten und Schlimmeres, wird die Weltgemeinschaft zusammenfinden lassen. Die bisherigen Katastrophen und wissenschaftlich fundierten Prognosen über die bevorstehenden Auswirkungen des Klimawandels reichen noch nicht aus.

    Die Redaktion von Zeit Online hat das Verhalten der UN und Entscheider auf dem Klimagipfel in Lima mit dem von Autofahrern im Stau verglichen. Jeder ist sich selbst der nächste. Mich erinnert das Ganze an die Geschichte mit dem Rabbi, der von Gott einen Blick in den Himmel und die Hölle gestattet bekam. Der Rabbi wird in zwei Räume geführt. In den Räumen befinden sich Menschen mit langen Löffeln und Töpfen mit Essen über einem Feuer. Im ersten Raum versuchen die Menschen Essen in ihre Münder zu befördern, doch die Löffel sind zu lang. Die Menschen in diesem Raum sind unglücklich und abgemagert. Im zweiten Raum sind die Menschen gut genährt und unterhalten sich angeregt. Sie reichen sich das Essen gegenseitig und sind glücklich.