Europa: Teersandöl bereit für den Import

Kanadisches Öl, das aus Teersanden gewonnen wird, scheint künftig wohl verstärkt auch nach Europa zu schwappen. Durch einen entsprechenden Gesetzesentwurf der EU- Kommission erhält der Klimakiller einen Freibrief für den Import nach Europa. Das berichtete das Magazin „Ökotest“ am Mittwoch.

Durch die Gewinnung von Rohöl aus Teersanden werden, verglichen mit herkömmlich gefördertem Rohöl, 25 Prozent mehr Treibhausgase freigesetzt.

Noch im Jahr 2011 wollte die Komission die Importeure des umstrittenen Teersandöls deshalb gesetzlich sanktionieren. Geplant war, dass die Konzerne, die bereits zur Verringerung ihrer Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um sechs Prozent verpflichtet sind, auch den durch die Gewinnung von Teersandöl entstehenden größeren CO2-Ausstoß anteilig ausgleichen müssen.

Dass dieses Vorhaben scheiterte, da sich viele EU-Mitgliedsstaaten dagegen gewehrt haben, sei kein Geheimnis, erklärte die EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard. Die Komission versuche dennoch weiter, Pläne und Methoden zu entwickeln, die es den Konzernen erleichtern, sich künftig gegen solch klimaschädliche Rohstoffquellen wie die Ölsande zu entscheiden, sagte Heedegaard abschließend.

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