Eine innovative Methode zur Senkung des Papierverbrauchs

Frau druckt etwas im Büro

Auch im Zeitalter der Computer und des Emailverkehrs nimmt der Papierkrieg in den Büros keineswegs ab. Allein in Deutschland werden im Jahr schätzungsweise 800.000 Tonnen Büropapiere verbraucht. Auf 82,5 Millionen Bundesbürger verteilt ergibt sich so ein Pro-Kopf-Verbrauch von zirka 236 Kilogramm Papier. 

Forscher an der Universität Cambridge haben eine neue Methode zum Recycling von bereits bedrucktem „Altpapier“ entwickelt: Eine Technik, die mit einem Laserdrucker bedrucktes Papier, ohne dieses zu beschädigen, sozusagen „entdruckt“ und somit wieder wie neu erscheinen lässt.

Diese Methode der Wiederverwertung hätte gleich mehrere Vorteile: Es schont nicht nur die Wälder und senkt den Energieverbrauch, der bei der Herstellung von neuem Papier anfällt, sondern reduziert auch die CO2-Emissionen. Das „Undrucken“ setzt weit weniger Kohlendioxid frei als das Recyclen von Papier. Das Forscherteam um Dr. Julian Allwood und David Leal-Ayala gehen davon aus, dass Einsparungen zwischen 50 und 80 Prozent gegenüber der herkömmlichen Recyclingmethode möglich sind.

Der Kern des Konzepts: Durch grünes Laserlicht mit einer Wellenlänge von 524 Nanometern wird der Toner vom Papier entfernt, ohne dabei die Zellulose des Papiers zu beschädigen. Das Resultat ist ein weißes, scheinbar neues Blatt Papier. Der Vorgang kann mehrmals durchgeführt werden, stößt aber aufgrund der hitzebedingten Ausdünnung des Papiers irgendwann an seine Grenzen. Fünfmal soll es laut der britischen Erfinder möglich sein, das Papier zu „entdrucken“.

„Jetzt müssen wir nur jemanden finden, der einen Prototyp baut“, erklärt Julian Allwood. „Dank Niederig-Energie-Laser-Scannern und Laserdruckern ist die Wiederverwendung von Papier im Büro möglich.”

Ein Problem bereitet das Konzept den Entwicklern aber noch: Da die Temperatur des Lasers für das Drucken und das Entdrucken unterschiedlich hoch sei, bleibe die Frage, wie die Technik in die Kopierer und Drucker der Büros integriert werden könne, erklärt Leal-Ayala dem US-Wissenschaftsmagazin Technology Review. Dennoch ist die Idee vielversprechend, wie auch eine Studie, die mit Hilfe des Bayerischen Laser Zentrums durchgeführt wurde, belegt:

Die Emissionen, die durch Herstellung und Recyling von Papier entstehen, könnten durch die Wiederbenutzung des „entdruckten“ Papiers mindestens halbiert werden. Das könnte, so Allwood, ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung der aus der Papierherstellung resultierenden Emissionen sein.

Tobias Hartmann

1 Kommentar

  • Das „Undrucken“ von bedrucktem Papier ist wirklich eine geniale Innovation. Bisher habe ich einseitig bedrucktes Papier, welches nicht mehr benötigt wurde als Schmierzettel benutzt und auf der Rückseite beschrieben. Allerdings braucht man oft nicht so viele Schmierzettel, wie durch Fehldrucke und Altdrucke entsteht. Gerade im Fall von Fehldrucken habe ich mir schon sehr oft gewünscht den Druck wieder rückgängig zu machen. Also ein dicker grüner Daumen hoch für die Methode der Wiederverwertung von bedrucktem Papier.

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