DUH schlägt Gesetzesänderungen zu Elektroschrott vor

Elektroschrott
Unsere Wegwerfgesellschaft produziert immer mehr Elektromüll.

Deutschland hat ein Müllproblem. Jedes Jahr fallen bei uns in Deutschland tonnenweise Müllberge Elektroschrott an. Allein im Jahr 2016 wurden über 1,9 Millionen Tonnen Elektronik verkauft, wodurch auch 1,7 Millionen Tonnen Elektroschrott anfielen. Rekord. Um ein Zeichen gegen unsere Wegwerfgesellschaft und damit auch gegen die Ursache dieser Müllberge zusetzen, platzierte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) diese Woche ein sechs mal elf Meter großes 3D-Kunstwerk auf dem Berliner Alexanderplatz.

Im Zuge dessen fordert die DUH nun auch von der Bundesregierung eine Novelle des Elektrogesetzes, um Geräte langlebiger und reparaturfähiger zu gestalten und präsentiert bereits Vorschläge in einem Positionspapier.

„Die Wiederverwendung von Elektrogeräten spielt bislang eine untergeordnete Rolle, obwohl hier das größte Potential besteht, um die Umwelt zu entlasten. Nach amtlichen Statistiken wurden im Jahr 2015 von circa 700.000 Tonnen ordnungsgemäß erfassten Elektroaltgeräten lediglich rund 15.000 Tonnen für eine Wiederverwendung vorbereitet“, sagt Sommer, stellvertretender DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft. „2016 wurden voraussichtlich nur etwa 700.000 Tonnen ausgedienter Geräte ordnungsgemäß erfasst.“, so Sommer weiter. „Das würde somit nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Ein großer Teil der Geräte geht der Wiederverwendung und dem Recycling verloren.“

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, kritisiert, dass das bisherige Elektrogeräte-Gesetz nicht der Umwelt, sondern den Händlern zugutekommen würde. Denjenigen, die uns mit gar nicht oder nur schwer zu reparierenden Geräten überhäufen. Damit diese stattdessen bewusst Möglichkeiten zur Rücknahme von Elektroschrott fördern, sollten sie verpflichtet werden, ihre Sammelquoten öffentlich zu machen. Dazu sollten sie an einem kollektiven Rücknahmesystem teilnehmen und sich aktiv an der Verbraucheraufklärung beteiligen. Bisher sind nur Händler mit einer Gesamtverkaufsfläche von mindestens 400 Quadratmeter zur Rücknahme von Elektroschrott verpflichtet. Um Rücknahme und Aufklärung weiter zu fördern, sollten auch auch solche mit nur 100 Quadratmetern dazu verpflichtet werden. Somit wären beispielsweise auch Aldi oder Lidl inbegriffen, die aktionsmäßig auch immer wieder Elektrogeräte verkaufen.

Reparatur und Recycling um Elektroschrott zu reduzieren

„Um immer kürzer werdende Produktzyklen zu stoppen, muss die Bundesregierung die Rahmenbedingungen verändern. Umweltfreundliche Dienstleistungen zum Erhalt von Elektrogeräten, wie zum Beispiel eine Reparatur, müssen im Vergleich zum Ressourcenverbrauch durch neue Produkte steuerlich begünstigt werden. Auch besonders umweltfreundliche Geräte, wie zum Beispiel gebrauchte Smartphones, sollten durch finanzielle Anreize für Verbraucher im Vergleich zu Neugeräten interessanter gemacht werden“, sagt Resch.

Start-up Bayou – Pionier in Sachen Elektroschrott

Die Recycling Raten für Elektronikschrott sind weltweit sehr niedrig und liegen bei etwa 15 Prozent.  Als Antwort auf unsere Wegwerfgesellschaft macht das Lifestyle Unternehmen Bayou with Love nun Goldschmuck aus alten Computern. Damit hält das Unternehmen diese wertvollen Metalle in unserer Wirtschaft und lässt eine Kreislaufwirtschaft für unsere elektronischen Hilfsmittel entstehen.

Quelle: DUH

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