BUND startet Kampagne „Rette unser Wasser“

"Rette unser Wasser": Wie hier bei Duisburg leiden deutsche Gewässer massiv unter der Industrie.
Wie hier bei Duisburg leiden deutsche Gewässer massiv unter der Industrie.

Jahr für Jahr weist der BUND-Gewässerreport auf die Zustände deutscher Seen und Flüsse hin. Nun wurde der Gewässerreport für 2018 veröffentlicht. Das Ergebnis ist erschreckend. 92 Prozent der deutschen Gewässer erfüllen die Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht. Daher startet der BUND die Kampagne „Rette unser Wasser“. Das große Ziel ist die Vermeidung der Aufweichung der Wasserrahmenrichtlinie im Zuge der anstehenden Überprüfung durch die EU. Mit dem nun veröffentlichten Gewässerreport machen die Umweltschützer auf den besorgniserregenden Zustand unserer Gewässer aufmerksam.

Bereits im Jahr 2000 verpflichtete sich die Bundesrepublik die Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen. Bis 2015, allerspätestens bis 2027, sollten alle Gewässer in einem guten Zustand sein. Davon sind Politik und Gesellschaft aber weit entfernt. „Dieser Verantwortung wird Deutschland aber nicht gerecht, wie unser Report zeigt“, sagt der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Erst vergangenen Monat musste sich die Bundesregierung ihr Versagen eingestehen. In der Antwort auf eine Grünen-Anfrage wurde deutlich, dass magere sieben Prozent deutscher Flüsse die EU-Kriterien erfüllen. Zudem sind 79 Prozent der Fließgewässer durch Ausbau in ihrer Struktur deutlich bis vollständig verändert.

„Rette unser Wasser“ – Konkrete Forderung an Bundesumweltministerin

Neun von zehn Flüssen und Seen leiden unter den Auswirkungen von Industrie und Landwirtschaft. Auch der Ausbau von Wasserstraßen wie etwa die Begradigung vieler Flüsse belastet die Umwelt. Der BUND analysierte für den Bericht den Zustand von Seen und Flüssen in insgesamt zehn Kategorien und stellte negative und positive Fallbeispiele für den Umgang mit Problemen dar. Die Daten stammen vom Umweltbundesamt. Die Ursachen für die schwierige Situation der deutschen Gewässer seien vielfältig, betonten die Umweltschützer.

Unter anderem verwiesen sie auf Dünger und Pestizideinträge aus der Landwirtschaft, Schadstoffe aus dem Bergbau und Begradigungen und Vertiefungen von Flüssen für die Schifffahrt.

Um für Besserung zu sorgen, muss das Bundesumweltministerium aktiv werden. Daher stellt der BUND die konkrete Forderung „Rette unser Wasser“ direkt an die Bundesumweltministerin. Sie muss dafür sorgen, dass Deutschland für den Erhalt der EU-Wasserrahmenrichtlinie stimmt. Deutschland darf nicht zu den Ländern gehören, die sich für eine Aufweichung der Richtlinie aussprechen. Zum Schutz der Gewässer müssen weiterhin viel größere Anstrengungen unternommen werden.

„Wasser ist unsere Lebensgrundlage“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger bei der Vorstellung des Gewässerreports, „daher kämpft der BUND als der Flussverband Deutschlands seit seiner Gründung für naturnahe Gewässer in Deutschland.“

Quelle: BUND

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