Europäische Tierschutzorganisationen fordern neue Standards

Billigfleisch
Der Preis billigen Fleisches ist zu hoch

Die schmutzige Arbeit der Hühnchenproduktion- und Verarbeitung steht immer wieder im Rampenlicht. Zuletzt wurde Ende 2017 ein Video  einer Hühnchenverarbeitungsfabrik veröffentlicht, die unter anderem M&S, Sainsbury’s, Tesco, Aldi und Lidl mit Billigfleisch beliefert. Vor Kurzem wurden erneut verbesserte Normen für die Hühnchenfleisch Produktion von einer großen Koalition europäischer Tierschutzorganisationen angefordert.

Vor allem deutsche Organisation wie die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Deutscher Tierschutzbund, ProVeg International , Menschen für Tierrechte, waren in der Petition vertreten. Auch Restaurants und Händler stimmten in die Forderung mit ein.

Hygienestandards und Haltbarkeitsdaten werden missachtet, unverkauftes Fleisch wird wiederverpackt, altes Fleisch mit neuem vermischt.
Auch Aldi und Lidl wurden beliefert: 

Der Preis von Billigfleisch ist zu hoch

Die Revolution der Tierproduktion begann in den 1950ern mit drei Hauptfaktoren:

  1. Der Zugang zu günstiger Elektrizität erlaubte es Landwirten erstmals Tiere in Anlagen zu halten
  2. Günstiger, synthetischer Dünger garantierte eine höhere Produzentenrente für Landwirte
  3. Antibiotika ermöglichte es Landwirten, Krankheiten auch bei einer großen Anzahl von Tieren im Schach zu halten

Auf der Welt gibt es inzwischen mehr als doppelt so viele Hühnchen wie Menschen auf der Erde – ca. 19 Milliarden. Sie werden gezüchtet, um in Rekordzeiten an Gewicht zuzulegen und zu reifen. Um den Hunger des Menschen zu stillen. Der Grund, warum der Sektor der Fleischproduktion immer wieder von schockierenden Skandalen heimgesucht wird, ist dass der Sektor ökonomisch einfach nicht nachhaltig ist. Denn Fleisch kann nur billig sein, wenn der Preis andernorts gezahlt wird. Beispielsweise bei der Tierhaltung oder bei der geringen Bezahlung der Arbeiter.

Wie ernähren wir uns in Deutschland?

Der Ernährungsreport 2017 zeigt: Die Deutschen wollen sich gerne gesund ernähren, tun es aber häufig nicht. Essen soll lecker, gesund und schnell sein. Doch in der Praxis sieht es meist anders aus, denn Fleisch ist und bleibt die Lieblingsspeise der meisten. Somit essen die meisten von uns, die aus Industrieländern kommen, essen wesentlich mehr Proteine, als für die Gesundheit eigentlich förderlich wäre. Höchste Zeit, Alarm zu schlagen und die Regeln der konventionellen Tierproduktion zu brechen! Welche Lösungsansätze gibt es, die schnell funktionieren?

Bessere Standards – europaweit

Europaweit sollen bessere Standards für die Hühnchenproduktion- und verarbeitung eingeführt werden. Auch das fordert jetzt die Koalition der europäischen Tierschutzorganisationen. Demnach soll es bis 2026 neue Auflagen geben, z.B. für die Lagerdichte, die zugelassenen Hühnerarten (Hubbard JA757, 787, 957, or 987, Rambler Ranger, Ranger Classic, and Ranger Gold), und verbesserte Umweltstandards. Diese betreffen die Verfügbarkeit von natürlichem Licht, den Platz pro Tier, die Luftqualität in den Anlagen und die Käfige, die nicht mehr als ein Tier beinhalten dürfen. 

Bis 2026 sollen diese Standards durch Überprüfung durch durch Dritte und durch einen jährlichen und öffentlichen Report eingehalten werden.

Natürlich sind diese Standards nicht das A und O der Tierhaltung. Doch es ist ein Anfang. Denn wir benötigen das Bewusstsein und die Sensibilisierung dafür, dass ein Stück Fleisch nicht zu billig sein kann. Dass das nur auf Kosten andere möglich sein kann. Und vielleicht werden wir, das nächste Mal, wenn wir vor der Fleischtheke stehen, bewusstere Entscheidungen treffen. Oder das Fleisch zeitweise sogar ganz aus dem Einkaufszettel herausstreichen. Denn eines muss klar sein: Der einzelne Verbraucher hat mehr Macht als er denkt.

 

https://www.cleanenergy-project.de/die-vergessenen-selbstmorde-franzoesischer-bauern/

https://www.cleanenergy-project.de/unperfekt-lebensmittel-gegen-lebensmittelverschwendung/