Äthiopiens Waste-To-Energy Anlage ist ein Pionierprojekt

Waste-To-Energy in Äthiopien, Pionierprojekt Reppie
Waste-To-Energy in Äthiopien

Ein halbes Jahrhundert lang war das Koshe Kippengelände die einzige Deponie in Addis Abeba, Hauptstadt Äthiopiens. Während die Stadt immer weiter wuchs, wurde auch die Deponie Addis Abebas immer größer und irgendwann Teil des urbanen Landschaftsbildes. Zuletzt war die Müllhalde so groß wie 36 Fußballfelder und lockte Hunderte von Müllsammlern an, die damit ihren Lebenunterhalt verdienen mussten. Im März 2017 kamen aus der Hauptstadt erschreckende Schagzeilen: 114 Menschen starben in der Deponie. Dem wurde seit Beginn 2018 ein Ende gesetzt – mit einer auf dem afrikanischen Kontinent einzigartigen Waste-To-Energy Anlage. Eine Geschichte über das Pionierprojekt Reppie.

Das Pionierprojekt soll die Deponie komplett verwandeln und Addis Abebas Umgangsweise mit Müll revolutionieren. Die Anlage soll jeden Tag bis zu 1,400 Tonnen Müll verbrennen – das sind ca. 80 Prozent des städtischen Mülls. Kein schlechter Fortschritt, bei ca. 3,3 Millionen Menschen. Dabei versorgt die Anlage 30 Prozent des Elektrizitätsbedarfs der Haushalte und erfüllt die Normen der Europäischen Standards für Luftemissionen.

Waste-To-Energy – das erste Projekt seiner Art in Afrika

Die Anlage auf Koshe ist aus einer Partnerschaft zwischen der äthiopischen Regierung und einem Zusammschluss internationaler Unternehmen entstanden. Es ist bisher ein einzigartiges Projekt. Und Teil eines größeren Plans. „Das Reppie Projekt ist nur ein Teil einer viel breiteren Strategie, um Umweltverschmutzung zu bekämpfen und erneuerbaren Energien über verschiedene Wirtschaftssektoren hinweg eine Chance zu geben“, so Zerubabel Getachew, Äthiopiens Vertreter für die United Nations in Nairobi. „Wir hoffen auch, dass Reppie als Beispiel für andere Länder in der Region und auf der ganzen Welt gelten wird.“

Die Vorteile der Anlage?

In einer Waste-To-Energy Anlage wird Müll in einer Brennkammer verbrannt, womit Wasser zum Kochen gebracht und der Dampf dazu genutzt wird, einen Turbinengenerator anzutreiben und damit Elektrizität zu produzieren. In Städten, wo Fläche meist knapp ist, bieten Waste-To-Energy Anlagen einen vierfachen Gewinn: Die Anlagen sind im Vergleich zu Deponien platzsparend, versorgen die Stadt mit Strom, verhindern das Eintreten von giftigen Chemikalien in das Grundwasser und reduzieren die Freisetzung von Methan in die Atmosphäre.

Quelle:
United Nations Environment Program

Die Wasserkraft aus der Kohlemine