Erdüberlastungstag – Ab Mittwoch leben wir auf Pump

Ab dem ersten August lebt die Menschheit auf Pump. Dann kann der Ressourcenbedarf von der Erde nicht mehr reproduziert werden.
Ab dem ersten August lebt die Menschheit auf Pump. Dann kann der Ressourcenbedarf von der Erde nicht mehr reproduziert werden.

Seit 1971 ist der weltweite Verbrauch natürlicher Ressourcen höher, als die Erde reproduzieren kann. Inzwischen wären fast zwei Erden nötig, um den Ressourcenbedarf der Menschheit zu decken. Darauf macht das Global Footprint Network jedes Jahr durch den Earth Overshoot Day aufmerksam. In den vergangenen Jahren rückte der Erdüberlastungstag immer weiter nach vorne. 2018 fällt er auf den ersten August – letztes Jahr war es noch der zweite August. An diesem Tag hat die Menschheit die Ressourcen aufgebraucht, die ihr die Erde pro Jahr bereitstellt. Vom ersten August an leben wir auf Pump.

Der Earth Overshoot Day (Erdüberlastungstag) markiert den Tag, ab dem wir aus ökologischer Sicht über unseren Verhältnissen leben. Das bedeutet, dass die Menschheit bis zum ersten August so viel von der Natur verbraucht hat, wie die Erde im ganzen Jahr erneuern kann. Die Menschen nutzen also die Natur 1,7 Mal schneller als Ökosysteme sich regenerieren können. Das bedeutet wir brauchen mittlerweile 1,7 Erden. Industrieländer wie Deutschland übersteigen diesen Ressourcenverbrauch sogar noch – teilweise erheblich. Deutschland verbraucht jährlich so viele Ressourcen, dass es drei Erden bräuchte. Die USA bräuchten sogar fünf.

„Ab diesem Mittwoch leben wir auf Pump, aber auf lange Sicht wird die Erde uns keinen Kredit mehr geben können. Brennende Wälder, schmelzende Gletscher – längst leuchten die roten Warnlampen des Planeten“, so der Vorsitzende des BUND, Hubert Weiger. „Die Menschen verbrauchen immer schneller immer mehr Ressourcen und Deutschland gehört zu den größten Verschwendern.“

Ressourcenschutz statt Konsum auf Pump

Der Umweltverband BUND hält eine rechtliche Verankerung zum Schutz natürlicher Ressourcen für notwendig. In Deutschland seien etwa der Kohleausstieg sowie eine Verkehrs- und Agrarwende essentiell wichtig. Denn Bevölkerung und Industrie verbrauchen jährlich das Dreifache der möglichen natürlichen Ressourcen. Die Folgen sind Verknappung natürlicher Güter sowie die Verschmutzung von Wasser, Boden und Luft.

Möglich ist die Überlastung des Planeten, weil wir mehr CO2 ausstoßen, als die Ozeane und Wälder absorbieren. Es wird mehr gefischt, als sich die Fischbestände erholen oder auch mehr Bäume gefällt, als nachwachsen können. Der am schnellsten wachsende Anteil des Ökologischen Fußabdruckes ist der CO2-Ausstoß. Er macht aktuell weltweit 60% aus. Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, sollte der CO2-Ausstoß von Fossilenergie weltweit vor 2050 auf null sinken. Die aktuellen Naturkatastrophen und Extremwetterereignisse in allen Teilen der Welt zeigen: Die Menschheit kann nicht mehr lange auf Pump leben.

Quelle: BUND