PIK: Schnelle Emissionsreduktion rechnet sich

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Emissionen
Dem PIK kann eine direkte Emissionreduzierung die Kosten für Regierungen verringern

Zum Ende des Jahres plant die UN auf dem Klimagipfel in Polen eine globale Bestandsaufnahme zum Stand des Pariser Klimaabkommens zu machen. Passend dazu hat das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) nun versucht, die Mindestanforderungen an das nachträgliche Herausholen von CO2 aus der Atmosphäre zu ermitteln. Der Studie zufolge ist eine schnelle Reduktion der Treibhausgasemissionen für eine Begrenzung der Kosten der Klimastabilisierung unabdingbar. Denn insbesondere die nachträgliche Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre durch technische Verfahren seien mit hohen Kosten verbunden.

„Die von den Regierungen im Rahmen des Pariser Klimaabkommens zugesagten Anstrengungen zur Emissionsreduzierung im nächsten Jahrzehnt reichen bei weitem nicht aus, um das explizite Ziel des Abkommens zu erreichen – nämlich die globale Erwärmung unter der 2-Grad-Grenze zu halten“, erklärte Jessica Strefler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Hauptautorin der in Environmental Research Letters veröffentlichten Analyse. „Um das Klima zu stabilisieren, bevor die Erwärmung die in Paris gesetzte Grenze überschreitet, müssen wir entweder enorme Anstrengungen unternehmen und die Emissionen bis 2030 halbieren sowie bis 2050 Emissionsneutralität erreichen – oder die Emissionsreduktionen müssten durch CO2-Abscheidungstechnologien ergänzt werden. In unserer Studie versuchen wir zum ersten Mal, die Mindestanforderungen an das nachträgliche Herausholen von CO2 aus der Atmosphäre zu ermitteln – und was ein verstärktes kurzfristiges Handeln hier bewirken kann.“

Schnelle Emissionsreduktion: mehr als 5 Milliarden Tonnen CO2

Co-Autor Nico Bauer vom PIK führte weiter aus, dass das Herausholen von weniger als 5 Milliarden Tonnen CO2 aus der Atmosphäre die Herausforderungen der Klimastabilisierung drastisch erhöhen könnte. Computersimulationen der Wissenschaftler zeigten, dass zum Ausgleich der Emissionsausstoß weiter stark verringert werden müssten. „Würde diese Menge von 5 Milliarden Tonnen beispielsweise halbiert, müssten die jährlichen CO2-Emissionsminderungen zwischen 2030 und 2050 verdoppelt werden, um die 2-Grad-Grenze noch einzuhalten“, so Bauer. „Zudem müssten schon vorher auch die kurzfristigen Emissionsreduktionen deutlich erhöht werden, da die bisher von den Unterzeichnern des Pariser Abkommens zugesagten Bemühungen nicht ausreichen, um die Erwärmung unter 2 Grad Celsius zu halten, wenn sie nicht mit der Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre kombiniert werden.“

Abschließend betonte Ottmar Edenhofer, Mitautor der Studie und PIK-Chefökonom , dass die Studie den Regierungen wichtige Informationen liefert. So sei eine schnelle, kurzfristige Emissionsreduktion die robusteste Möglichkeit, Klimaschäden zu verhindern. Zudem könne ein großflächiger Einsatz von Technologien zum nachträglichen Herausholen von CO2 aus der Atmosphäre nur vermieden werden, wenn möglichst bald verlässliche CO2-Preise eingeführt werden.

Quelle:

PIK-Potsdam