Klimaresiliente Land- und Forstwirtschaft

Klimaresiliente Land- und Forstwirtschaft
Klimaresiliente Land- und Forstwirtschaft

Der WWF fordert ambitionierte Sofortmaßnahmen gegen Dürre. Im Zuge der aktuellen Hitzewelle ruft die Organisation die Bundesregierung auf, sich für eine zukunftsfähige und nachhaltige Land- und Forstwirtschaft mit entsprechendem Wassermanagement einzusetzen, statt die Land- und Forstwirte im Nachhinein wegen Ernteeinbußen zu entschädigen. Nur so könne eine zukunftsfähige, klimaresiliente Bewirtschaftung in die Wege geleitet werden.

Einen ersten Schritt sieht die Umweltorganisation in der konsequenten Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die Gewässer in einen guten Zustand bringen soll. Bisher sind nur acht Prozent der deutschen Oberflächengewässer in einem ökologisch guten Zustand. Das hat verheerende Folgen: Je weiter ein Fließgewässer vom ökologisch guten Zustand abweicht, desto empfindlicher reagiert es auch in Trockenperioden. Bei Niedrigwasser können so beispielsweise ganze Populationen von Fischen, Krebsen und Amphibien verschwinden.

„Schluss mit dem Regentanz“

Georg Rast, Wasserexperte bei WWF Deutschland, erklärte in einer aktuellen Pressemeldung „Die Klimakrise wird die jetzige Dürrekrise auf unseren Feldern und in unseren Wäldern noch verstärken. Wenn die Bundesregierung jedes Jahr Land- und Forstwirte wegen Ernteeinbußen entschädigt, ist das langfristig ungefähr so wirksam wie ein Regentanz. Statt zu warten bis unsere Wälder vertrocknet und die Landwirte pleite sind, müssen wir jetzt handeln, um zukünftige Dürreperioden zu überstehen.“

Der WWF ruf daher auf, nicht nur das sogenannte „Verschlechterungsverbot“ einzuhalten, sondern auch massiv die Gewässerökologie zu verbessern. Zudem müsse das Verursacherprinzip gelten. Das bedeutet: Die Kosten, die für Sanierung und Pflege der Gewässer anfallen, müssen verstärkt durch diejenigen getragen werden, die das Wasser belasten.

Fördermittel gezielt investieren

Als Folge des Klimawandels muss sich die Landwirtschaft auf regelmäßige Ernteverluste durch Hitzeereignisse einstellen, wenn sie bei den bisherigen Methoden bleibt. Sie hat aber auch die Chance, sich für die Zukunft klimaresilienter aufzustellen.

Der WWF sieht die Landbewirtschaftung der Zukunft so, dass das natürliche Wasserspeichervermögen und das Versickerungspotenzial der Böden wiederhergestellt werden. Dazu eignen sich beispielsweise eine permanente Bodenbedeckung, Untersaaten und breite Fruchtfolgen. „Damit Landwirte ihre Bewirtschaftungsweise den kommenden Dürreperioden anpassen können, brauchen wir aber auch eine grundlegende Umgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union. Die Milliardenhilfen für die Landwirte müssen unmittelbar an wirksame Leistungen der Landwirte für den Arten-, Umwelt- und Klimaschutz gebunden sein. Dazu gehört es zwingend, die Fördermittel gezielt in Maßnahmen zu investieren, die dem Grundwasser- und Bodenschutz und so dem Schutz der Produktionsgrundlagen einer nachhaltigeren und dürreresistenten Landwirtschaft zugutekommen“, so Rast.

Wald im Trockenstress

Die trockenen und heißen letzten Jahre haben unseren Wäldern zugesetzt: Allein in Deutschland sind laut WWF 245.000 Hektar Wald geschädigt – eine Fläche so groß wie das Saarland. Um den gefährlichen Trend zu stoppen, müssen öffentliche Fördermittel verstärkt auf die Wiederherstellung und Erhaltung eines intakten Wasserhaushaltes ausgerichtet werden, so der WWF. Gerade deshalb dürfen die von Bundesministerin Klöckner ins Spiel gebrachte 500-Millionen-Euro-schwere Flächenprämie nicht nach dem Gießkannenprinzip „über dem Wald ausgeschüttet“ werden. Vielmehr müssen diese Fördermittel gezielt und bedarfsgerecht ausgegeben werden. Damit der Wald in Deutschland resistenter gegenüber künftigen Dürreperioden wird, sollte nach Meinung des WWF ein wesentlicher Teil dieser Mittel in einen WaldBiodiversitätsFonds und somit in die langfristige ökologische Stärkung des Waldes einzahlen.

Quelle: https://www.wwf.de/2020

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