Deutsche Umwelthilfe kämpft für sauberes Wasser

Noch immer gelangt zu viel Nitrat durch Dünger in unser Grundwasser. Jetzt klagt die DUH für sauberes Wasser.
Noch immer gelangt zu viel Nitrat durch Dünger in unser Grundwasser. Jetzt klagt die DUH für sauberes Wasser.

Deutsche Gewässer sind in einem jämmerlichen Zustand. Zu schleppend verläuft die Umstellung auf eine nachhaltige Landwirtschaft. Vor einem Jahr entstand zwar eine Neufassung des Düngerechts, die Nitrat-Werte im Wasser haben sich aber nicht verbessert. Deshalb reicht die Deutsche Umwelthilfe jetzt Klage gegen die Bundesregierung ein – und kämpft für sauberes Wasser. Denn unter allen 28 EU-Staaten weist Deutschland die zweithöchste Nitratbelastung des Grundwassers auf. Um die Politik endlich zum Handeln zu bewegen, kämpft die Deutsche Umwelthilfe nun auf dem Rechtswege für sauberes Wasser. Einen Ratgeber zum Wasserhaushaltsgesetz in Deutschland gibt es hier.

Nitrat in Gewässern und im Grundwasser stammt in der Regel aus Gülle in der Landwirtschaft. Die Pflanzen brauchen den Dünger für besseres Wachstum. In das Grundwasser gelangt es wegen zu starkem Einsatz des Stoffes. Zwar ist Nitrat grundsätzlich für Menschen ungefährlich, es können aber gesundheitsgefährdende Nitrite daraus entstehen. Daher gelten die EU-Grenzwerte: Eine Konzentration von mehr als 50 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser gilt als bedenklich. Diese Grenzwerte überschritten in Deutschland bei Messungen im Zuge der EU-Wasserrahmenrichtlinie über 27 Prozent der Messstellen. Überhaupt steht es schlecht um deutsche Gewässer. Nach einem Bericht der europäischen Umweltagentur befindet sich etwa bei keinem einzigen deutschen Oberflächengewässer die chemische Qualität in einem guten Zustand. Auch das liegt vorwiegend an der Verschmutzung durch die Landwirtschaft.

Kampf für sauberes Wasser vor Gericht

Erst vor einem Monat hatte der Europäische Gerichtshof Deutschland wegen der zu hohen Nitratwerte im Wasser verurteilt. Seit Jahren unternimmt das Land nicht genug gegen die Nitratbelastung in seinen Gewässern. Damit verstößt man auch gegen die europäische Nitratrichtlinie. Deutschland drohen jetzt nicht nur Geldstrafen in Milliardenhöhe, es ist auch in der Pflicht, die Mengen zu verringern. Dazu braucht es die Unterstützung von Politikern und Landwirten. Es fehlt jedoch weiterhin der Wille.

Die Klage der Deutschen Umwelthilfe richtet sich gegen das 2017 neugefasste, aktuell geltende „Nationale Aktionsprogramm zum Schutz von Gewässern vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen“. Sie wurde Ende Mai eingereicht und diese Woche ausführlich begründet. Der Umweltverband hält den Rechtsweg für nötig, da das neue Düngerecht ungeeignet sei, die Nitratbelastung der Gewässer genügend zu minimieren.

Quelle: DUH