Wegen Klimawandel: Eisbärenangriffe auf Menschen

Eisbären zählen zu den gefährdeten Tierarten. Der Klimawandel nimmt den Tieren zunehmend ihren Lebensraum

Auf einer russischen Insel im Nordpolarmeer werden seit Monaten ungewöhnlich viele Eisbären in der Nähe von Menschen beobachtet. Sie sollen bereits in Häuser eingedrungen und sogar Einwohner angegriffen haben. Die Behörden mussten jetzt den Notstand ausrufen. Es könnte zur Jagd auf die gefährdete Art kommen, sollte sich die Situation weiter verschärfen. Dabei sind indirekt wir für die Eisbärenangriffe verantwortlich. Der Klimawandel nimmt den Tieren ihren Lebensraum. Auf der Suche nach Nahrung wandern sie weiter nach Süden – und treffen dort auf Menschen.

Behörden: Regelrechte Jagten auf Menschen

Schon seit Dezember werden auf der russischen Doppelinsel Nowaja Semlja im Nordpolarmeer immer wieder Eisbären in der Nähe menschlicher Siedlungen gesichtet. Besonders betroffen ist laut Nachrichtenagentur Tass die Region Arkhangelsk. Mindestens 52 Tiere halten sich in der Nähe der Siedlung Beluschja Guba auf. Einige seien bereits in Häuser eingedrungen. Sogar zu Angriffen auf die Einwohner ist es laut den örtlichen Medien gekommen. Der Chef der dortigen Behörde sagte, einige Eisbären würden die Menschen „regelrecht jagen“. Er lebt seit Jahrzehnten auf der Insel, aber so etwas habe er noch nicht erlebt.

Menschen fürchten um ihre Sicherheit

Die Einheimischen fürchten nun um ihre Sicherheit. Eltern schicken ihre Kinder nicht mehr in in die Schule. In der Nähe von Kindergarten sind zusätzliche Zäune errichtet worden. Zudem gibt es verstärkt Patrouillen in den betroffenen Gebieten. Offenbar lassen sich die Tiere davon aber nicht abschrecken. Die Behörden haben wegen der Eisbärenangriffe den Notstand ausgerufen. Viele der Einwohner fordern bereits die Tötung der Eisbären. Sprecher erklärten, bisher sei dazu keine Genehmigung erteilt worden, da es sich um eine vom Aussterben bedrohte Art handele. Das könne sich jedoch ändern, falls sich die Lage nicht bald entspanne.

Warum kommt es zu den Eisbärenangriffen?

Doch warum kommen die Tiere überhaupt in die Nähe der Einwohner? Eisbären gelten als scheu. Für gewöhnlich meiden sie den Kontakt zum Menschen. Dass sie ihr Verhalten so abrupt ändern und zunehmend gefährlich für die Menschen werden, ist indirekt unser Verschulden. Die menschengemachte globale Erwärmung nimmt ihnen ihren natürlichen Lebensraum. Das Eis im Nordpolarmeer schmilzt und damit gibt es immer weniger Jagdgebiete und natürliche Futtergründe für die Eisbären. Auf der Suche nach Nahrung für sich und ihre Jungen wandern sie immer weiter in den Süden – und damit in bewohnte Regionen.

Klimawandel könnte das Aussterben der Eisbären bedeuten

Der Klimawandel wird wohl das Aussterben der Eisbären bedeuten. Wenn sich die Ozeane weiter so schnell erwärmen wird sich auch das Meereis im arktischen Ozean immer weiter zurückziehen. Bis Mitte des Jahrhunderts könnte es komplett verschwunden sein. Die Eisbären werden dann verhungern. Oder sie werden auf der Suche nach Nahrung in menschlichen Gebieten abgeschossen. So oder so, Forscher prognostizieren, dass die Population in den nächsten 20 bis 30 Jahren um 60 Prozent zurückgehen wird. In 50 Jahren könnten die Eisbären dann ausgestorben sein.

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