Trump wünscht sich wegen Kältewelle die Erderwärmung zurück

Eisige Temperaturen in den USA sind für Trump genug Grund den Klimawandel erneut anzuzweifeln

Trump twitterte kürzlich: „Was verdammt ist los mit der globalen Erwärmung? Bitte komm schnell zurück, wir brauchen dich“. Diesen Tweet veröffentlichte der US-Präsident als Antwort auf die Kältewelle, die Teile der USA seit Wochen fest im Griff hat. Wir erklären für den Präsidenten, warum Wetter und Klima zwei verschiedene Dinge sind. Und warum es trotz der aktuell eisigen Temperaturen keinesfalls so ist, dass die Erderwärmung nicht mehr stattfindet. Tatsächlich eilen wir von einem Wärmerekord zum nächsten.

Wegen Kaltwetter: Trump verharmlost den Klimawandel

Donald Trump hatte das extreme Kaltwetter im amerikanischen Mittleren Westen zum Anlass genommen, den Klimawandel zu verharmlosen. Seine Meinung: Wenn es so kalt ist wie aktuell in den USA, kann es so schlimm nicht sein mit der globalen Erwärmung. Im mittleren Westen herrschte wochenlang eine extreme Kälte. Bei Temperaturen von bis zu -35 Grad wurden Einwohner gebeten in ihren Häusern zu bleiben. Viele Obdachlose wurden in Notunterkünften vor den eisigen Temperaturen in Sicherheit gebracht. Es gab bereits Todesfälle. Auch aktuell ist es dort sehr kalt.

Der Grund für die extreme Kälte ist allerdings nicht, wie Trump zu glauben scheint, dass uns die globale Erwärmung „verlassen“ hat. Er hat offensichtlich noch immer nicht begriffen, dass das Klima und das Wetter nicht dasselbe ist. Oder aber er nutzt einfach jede Gelegenheit, um den Menschen vorzugaukeln: So schlimm ist der Klimawandel gar nicht. Also warum unnötig Geld für Klimaschutzmaßnahmen ausgeben?

Polarwirbelverlagerung nach Chicago 

Der eigentliche Grund für die Kälte in den USA: Der sogenannte Polarwirbel hatte sich Ende Januar von der Arktis bis in die Gegend um die Stadt Chicago verlagert. Dagegen war es rund eintausend Kilometer weiter westlich, an der Küste Alaskas, viel zu warm für diese Jahreszeit Es fand also eine kurzfristige Verschiebung der Luftströme statt. Ein Ereignis, welches auf die Wetterlage zurückzuführen ist. Mit dem Klima, also auch mit dem Klimawandel, hatte das allerdings entgegen Trumps Tweet rein gar nichts zu tun.

Der Unterschied zwischen Wetter und Klima

Was wir als Wetter bezeichnen, ist gemeinhin bekannt als ein kurzfristiger Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort. Also Regen, Sonne, Wind und Temperatur. Das Klima bezeichnet dagegen die meteorologischen Bedingungen über einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren. Mit anderen Worten: Ob es im Winter mal an einem Ort besonders kalt, oder im Sommer mal besonders heiß ist, das allein lässt noch keine Rückschlüsse auf die globale Klimaveränderung zu.

Marshall Shepherd, Direktor des Atmospheric Sciences Program an der Universität in Georgia und ehemaliger Präsident der American Meteorological Society, erklärte es einmal gegenüber CNN wie folgt: „It´s not called „Where You Live Warming“, it is „Global Warming“ (Es wird nicht „Wo-du-wohnst-Erwärmung“ genannt, sondern Klimaerwärmung).

Kurzfristige örtliche Wetterereignisse haben also nicht zwangsläufig mit dem Klimawandel zu tun. Was tatsächlich Aufschluss darüber gibt, ob tatsächlich eine globale Erwärmung stattfindet, sind Wettertrends. Wie das Wetter über einen gewissen Zeitraum war. Diese können wir dann mit den Wettertrends vor Beginn der Industrialisierung vergleichen: Und die deuten darauf hin, dass sich die Erde nach wie vor rasant erwärmt.

Wettertrends zeigen deutlich: Der Klimawandel findet nach wie vor statt

So wurden die 20 wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen innerhalb der letzten 22 Jahre gemessen. Zudem folgten mit 2015, 2016, 2017 und 2018 die wärmsten vier Jahre direkt aufeinander (CEP berichtete). Und auch für 2019 prognostizieren Wetterexperten einen neuen globalen Temperaturrekord. Vier Rekordjahre in Folge gab es noch nie seit Beginn der Messungen. Diese Tatsache sagt leider viel mehr aus als ein lokales Kaltwetterereignis. Trump wünscht sich die Erderwärmung zurück. Dabei ist sie nie weg gewesen.

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