Neue Studie zur polaren Eisschmelze

3 Quadratmeter weniger Eis pro Tonne CO2
3 Quadratmeter weniger Eis pro Tonne CO2

Vom Klimawandel ist die Arktis am stärksten betroffen. Im Verlauf der letzten 40 Jahre halbierte sich die Fläche, die während der Sommermonate vom arktischen Meereis bedeckt war. Die Folgen für das irdische Klima sind gravierend. Viele Klimamodelle wurden bisher herangezogen, um zu untersuchen wann die sommerliche Arktis erstmals eisfrei sein wird. Sie alle kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Eine Zusammenarbeit der Forscher Dirk Notz vom Max-Planck-Institut für Meteorologie und Julienne Stroeve vom National Snow and Ice Data Center in Boulder, Colorado, soll nun neue Erkenntnisse liefern. Ihre Berechnungen entstanden anhand von direkten Beobachtungen.

Seit Beginn der 1950er-Jahre wird die arktische Eisschmelze systematisch erfasst. Die Experten glichen die Menge des arktischen Meereises im September mit dem globalen CO2-Ausstoß seit Beginn der Industrialisierung ab. Die erfassten Zahlen erlauben es erstmals den persönlichen Beitrag zur Erderwärmung intuitiv zu berechnen.

Das Ergebnis der Studie: mit jeder ausgestoßenen Tonne Kohlenstoffdioxid schwindet das arktische Eis um ganze drei Quadratmeter. „Bisher ging man von einem Rückgang des sommerlichen Meereises um 1,7 oder 1,8 Quadratmeter pro Tonne CO2 aus“, sagt Notz. In einzelnen Jahren variiert das Verhältnis zwar. Allerdings wurde über jahrzehntelange Zeiträume ein linearer Zusammenhang gefunden, der deutlich aussagekräftiger ist als alle vorherigen, die Simulationsmodelle aufzeigten. Der neue Wert ist zuverlässiger, da er auf direkten Beobachtungen beruht.

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In der Studie wird auch erklärt, warum der Zusammenhang zwischen CO2-Emissionen und Eisschmelze linear verläuft.
„Vereinfacht ausgedrückt erwärmt sich das globale Klima pro Tonne Kohlendioxid ein kleines bisschen. Um diese Erwärmung auszugleichen, bewegt sich der Eisrand des arktischen Packeises ein kleines Stück in Richtung Nordpol, weil dort die Sonneneinstrahlung schwächer wird. Hierdurch nimmt dann die Eisfläche entsprechend ab. Aus geometrischen Gründen ergeben diese Prozesse den beobachteten, linearen Zusammenhang“.

Die Studie war auch in der Lage eine Obergrenze an Emissionen festzulegen, ab der die Arktis im September komplett eisfrei wäre. Ungefähr 35 bis 40 Gigatonnen werden weltweit pro Jahr ausgestoßen. Bislang war die einhellige Meinung, dass 1000 Gigatonnen CO2 das Limit wären, um die Erderwärmung auf die vielbeschworenen zwei Grad im Vergleich zur Vorindustrialisierung zu beschränken. Bliebe es dabei, wäre – der neuen Studie zufolge – die Arktis dann allerdings spätestens im September eisfrei.

Quelle: Science Mag
weltderpyhsik.de

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