Nachhaltige Grillkohle ohne Tropenholz

Aus Buchen- oder Eichenholz wird in Saarbrücken Grillkohle hergestellt
Kurze Transportwege, Anbau nach Naturland-Richtlinen: Nero Grillkohle © Bigstock

Vielerorts in Deutschland waren die Monate April und Mai 2018 die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Für Meteorologen und Landwirte ist dieses Wetter besorgniserregend. Für die meisten von uns überwiegt die Freude über einen gemütlichen Grillabend am See. Und darüber geht es in unserem zweiten Beitrag zum Thema: Nachhaltig grillen!

In unserem letzten Beitrag haben wir darüber geschrieben, wie sich StartUps Landwirte, Metzger und Konsumente verbinden und Fleisch aus artgerechter Haltung über das Internet verkaufen. Das StartUp “Nero Grillkohle” möchte uns von nun an auch mit Grillkohle versorgen, bei der wir wissen, wo das Holz gewachsen ist. Aus gutem Grund: in bis zu 50 Prozent der hier verkauften Grillkohle – das waren 2016 etwa 250.000 Tonnen – ist Tropenholz enthalten. Dafür wird Regenwald in Südamerika, Afrika oder Asien abgeholzt. Welche Folgen die Abholzung dieser grünen Lunge unserer Erde hat, sollten wir alle wissen. Hinzu kommt der weite Transport und der Ausstoß umweltschädlicher Stoffe bei der schlecht kontrollierten Herstellung in den Drittländern.

Grillkohle aus Saarbrücken

Die drei Gründer Aaron Armah, Jakob Hemmers und Rolf Wagner machten sich auf die Suche nach einer heimischen Alternative. Fündig geworden sind sie im Stadtwald von Saarbrücken. Hier werden heimische Hölzer wie Eichen und Buchen nach den Standards von Naturland angebaut. Im nahegelegenen, modernen Holzkohlewerk in Gyé-sur-Seine in Frankreich wird das Energieholz, welches nicht zur Verarbeitung zu Möbeln verwendet werden kann, dann zu Grillkohle verarbeitet. Immerhin 4000 Tonnen pro Jahr können so allein aus dem Stadtwald verwertet werden. Und die Restwärme der Produktion wird in Öko-Strom verwandelt. So ist die Grillkohle von Nero regional, aus nachwachsenden Rohstoffen und sichert Arbeitsplätze und faire Löhne vor Ort.

Das kommt auch bei den Kunden gut an, die bereit sind, dafür etwas mehr zu zahlen als beim Discounter. Bei über 700 Bio-Supermärkten oder Naturkost-Fachhändlern ist die nachhaltige Grillkohle zu kaufen. Hier steht sie im Regal neben anderen umweltverträglichen Alternativen wie Grillkohle-Briketts aus Olivenkernen oder Schnittresten aus dem Weinbau. Damit dem guten Gewissen beim Grillabend nichts mehr im Wege steht!

Malchus Kern schreibt als Freier Autor über Nachhaltigkeit, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung und digitale Innovationen. Auf seinem Balkon versucht er sich an Selbstversorgung.

Erfahre mehr darüber, wie Du deinen Konsum noch verantwortungsvoller gestalten kannst. Einfache Ideen, um mehr selber zu machen und interessante, faire Produkte helfen dabei – mittwochs auf cleanenergy-project.de.