Mehr Treibhausgas durch Fleisch als durch Öl

Je mehr Fleisch wir essen, desto mehr Treibhausgas wird produziert. Und das Klima leidet.
Je mehr Fleisch wir essen, desto mehr Treibhausgas wird produziert. Und das Klima leidet.

Dass das Reduzieren des Konsums von Fleisch gesünder für die Umwelt ist, ist vielen bewusst. Doch nun hat eine neue Studie gezeigt, wie schädlich hoher Fleischkonsum wirklich für unser Klima ist. Selbst unsere größten Ölkonzerne produzieren nicht so viel schädliches Treibhausgas wie Fleischkonzerne.

Kühe sind Widerkäuer und produzieren dabei sehr viel Methan. Wird deren Milch oder später auch ihr Fleisch weiter verarbeitet und transportiert entstehen dadurch noch mehr Treibhausgase. Je mehr Fleisch wir essen, desto höher wird der Schaden für unser Klima. Eine Studie des Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP) und der Umweltorganisation Grain zeigte diese Woche, wie schwer dieser Schaden wirklich wiegt. Denn nimmt man die fünf größten Fleischkonzerne zusammen, produzieren sie schon heute mehr Treibhausgase als die größten Ölkonzerne Exxon-Mobil, Shell und BP.

Problematisch wird es, wenn man einen Blick auf die eigenen CO2-Bilanzen der Fleischkonzerne wirft. Denn diese setzten ihre Emissionswerte meist viel zu niedrig an. Entweder gibt es gar keine Berichte oder Emissionen aus beispielsweise der Transportkette werden nicht mit in die Berichte mit einbezogen. Lediglich vier Konzerne – Nestlé (Schweiz), Danone (Frankreich), Friesland/Campina (Niederlande) und NH Foods (Japan) – geben nachvollziehbare Werte an.

Zu viel Treibhausgas – für Klimaziele muss der Konsum von Fleisch stark sinken

Erst in diesem Jahr prognostizierte der weltweit größte Fleischproduzent JBS aus Brasilien seinen Investoren einen großen Anstieg des  jährlichen pro Kopf Fleischkonsum. Bis zum Jahr 2030 soll dieser im Vergleich zu 2015 um durchschnittlich 30 Prozent und somit auf 48 Kilogramm Fleisch pro Kopf pro Jahr steigen. Doch genau das Gegenteil ist nötig, um unser Klima zu entlasten. Wächst unser Fleischkonsum weiter wie bisher, wird die Menge an Vieh bis 2050 bereits 80 Prozent des jährlichen Treibhausgasbudgets der Erde verbrauchen.

„Der Bericht zeigt, welche zentrale Rolle diese Unternehmen bei der Verursachung des Klimawandels haben“, sagt Shefali Sharma, Leiterin des IATP-Instituts.

Zwar sehen Klimapläne auch Einsparungen von Emissionen in der Landwirtschaft vor, allerdings wird dieses riesige Einsparungspotenzial dabei nicht berücksichtigt. Um die Klimaziele zu erreichen, müsste der durchschnittliche pro Kopf Verbrauch bis 2030 auf 22 kg sinken. Bis 2050 sogar auf 16 kg.

Quelle: IATP