Luftverschmutzung in Deutschland weiterhin bedenklich

Vor allem die Städte sind voller Luftschadstoffe

Die Luftverschmutzung in Deutschland ist weiter besorgniserregend hoch. Vor allem die Luftschadstoffe Stickstoffdioxid, Feinstaub und Ozon gefährdeten 2014 die Gesundheit der Deutschen schwerwiegend. Das ergaben Messungen des Umweltbundesamtes (UBA). Demnach habe vor allem der Schadstoff Stickstoffdioxid, der hauptsächlich durch Abgase aus dem Verkehrsbereich freigesetzt wird, im Jahresdurchschnitt deutlich über den zulässigen Grenzwerten gelegen. Damit liegt Stickstoffdioxid (NO2) auf Platz eins der schlimmsten Luftschadstoffe.

Stickstoffoxide entstehen als Produkte unerwünschter Nebenreaktionen bei Verbrennungsprozessen. In Ballungsgebieten ist vor allem der Fahrzeugsektor einer der größten Verursacher der gefährlichen Verbindung. Doch gerade im Winter wird auch viel NO2 durch die Verbrennung von Holz, Kohle, Öl oder Gas zum Heizen von Gebäuden emittiert.

Das Umweltbundesamt hat vergangenes Jahr an über 500 Messstationen Daten zur Luftschadstoffbelastung in Deutschland gesammelt. Die vorläufige Auswertung hat ergeben, dass vor allem an stark befahrenen Straßen bei mehr als der Hälfte der Messungen der Jahresmittelwert über dem zulässigen Grenzwert lag. Das UBA geht sogar davon aus, dass dieser Wert nach endgültiger Auswertung im Mai 2015 noch höher ausfallen wird.

Die EU hat europaweit für Stickstoffdioxid den 1-Stunden-Grenzwert von 200 Mikrogramm (µg) pro Kubikmeter (m³) festgelegt, der nicht öfter als 18-mal im Kalenderjahr überschritten werden darf. Der Jahresgrenzwert beträgt 40 µg/m³. Zum Schutz der Umwelt wird ein kritischer Wert von 30 µg/m3 als Jahresmittelwert verwendet.

Die Gesundheitsrisiken einer zu hohen NO2 Belastung sind hoch: Atmet man zu viel Stickstoffdioxid ein, können die Atemorgane geschädigt werden. Vor allem für Asthmatiker bedeutet zu viel NO2 in der Luft eine unter Umständen ernste Gefährdung. Auch die Ökosysteme werden durch zu hohe NO2- Werte geschädigt. Pflanzen werden gelb, Böden überdüngt und sauer.

Maria Krautzberger. die Präsidentin des Umweltbundesamtes sagte zu den Messergebnissen: „Um die Grenzwertüberschreitungen beim Stickstoffdioxid in den Griff zu bekommen, ist es wichtig, dass die neue Abgasnorm EURO 6 auch im realen Verkehr zu weniger Emissionen führt. Bisher können das viele Fahrzeughersteller nur im Labor garantieren.“

Es gibt jedoch auch eine augenscheinlich gute Nachricht bezüglich der 2014 gemessenen Schadstoffe: Der seit 1999 EU-weit geltende Grenzwert für Feinstaub (PM10) wurde 2014 nur an zehn Prozent der verkehrsnahen Luftmessstationen überschritten. Dennoch sieht Krautzberger darin keinen Grund aufzuatmen, denn die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einen deutlich strengeren Feinstaub-Grenzwert von nur 20 µg/m3 im Jahresmittel. Legt man diesen zugrunde, wurde der Grenzwert an 48 Prozent aller Messstationen überschritten.

Außerdem gebe es für Feinstaub keine Wirkungsschwelle – Gesundheitsschäden treten auch bei geringen Feinstaubkonzentrationen auf, habe die Weltgesundheitsorganisation wiederholt festgestellt.

„Vor allem die wachsende Zahl der Holzfeuerungen wirkt sich negativ auf die Feinstaubbelastung aus. Insbesondere in den Wintermonaten kann der Anteil der Holzfeuerungen an der gesamten Feinstaubbelastung bis zu 25 Prozent betragen. Die Emissionen aus Holzheizungen übersteigen damit mittlerweile die Feinstaubmengen, die aus den Abgasen des Straßenverkehrs stammen“, sagte Krautzberger dazu.

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