Klimawandel mit Folgen

Klimanwandel

Heute beginnt sie, die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen. Wohl besser bekannt als Weltklimagipfel, treffen sich hier die Vertragsstaaten und wollen sich über ein neues Regelwerk für den Klimaschutz nach 2012 einigen. Doch ist der Klimawandel wirklich so schlimm?

Ich habe mir ein paar Szenarien, die von findigen Forschern alle Nase lang neu konstruiert werden, angesehen und kann die ganze Aufregung gar nicht verstehen. Im Gegenteil, wir sollten noch viel mehr CO2 in die Luft blasen, damit nicht nur unsere Kinder und Enkel in den Genuss des Klimawandels kommen, sonder auch wir noch etwas davon haben.

Ich für meinen Teil bräuchte dann nicht mehr voller Neid auf die südlichen Gefilde schielen, die sonnenverwöhnten Regionen, die das Meer direkt vor der Haustür haben. Ausgehend davon, dass der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 global um 88 bis 140 Zentimeter ansteigen soll und noch ein Bonus von 20 bis 40 Zentimeter durch das Abschwächen des Atlantikstromes für die deutschen Küsten prognostiziert wird, könnte ich von der eigenen Terrasse aus ins Meer hüpfen. Ein Anstieg von nur einem Meter, nach dem Szenario oben wären bis zu 1,80 Meter möglich, würden rund 88 Prozent von Bremen und 30 Prozent von Hamburg im Wasser versinken lassen. Wie gut, dass ich nicht in der Nähe der Ostsee wohne, durch ihre steile Küste ist sie weit weniger vom Hochwasser betroffen!

Hinzu kommt der Temperaturanstieg von bis zu vier Grad. Dadurch werden die Sommer heißer und trockner und die Winter milder und niederschlagsreicher. Tropennächte, mit mehr als 20 Grad nehmen ebenfalls zu, damit dürften die gemütlichen Gartenpartys in Zukunft auch nicht mehr so schnell verregnen.

Einmal ganz abgesehen von den Vorteilen für die Landwirtschaft. Wo der Boden heute mit Trockenheit gesegnet ist, könnte ein wahrer Boom entstehen. Dann würden zwar die Landwirte, die derzeit noch in fruchtbaren Gegenden mit reichlich Niederschlag leben, in die Röhre gucken, da es dort ja trockener wird, doch schon die Bibel besagt: „die Letzten werden die Ersten sein“, ein Plus für die Gerechtigkeit.

Nicht zu verachten ist auch die Veränderung von Flora und Fauna. Arten, die es bei uns noch nicht gibt, werden durch den Klimawandel bald heimisch, die Zugvögel bleiben länger bei uns und in den Wäldern wird es bis 2100 keine Fichten mehr geben – macht nichts, wir haben ja noch andere Bäume, die nadeln auch nicht so und sehen viel schöner aus. Kleiner Wehrmutstropfen sind dann nur die vielen Mücken, die sich im veränderten Klima bei uns so richtig wohl fühlen, aber wofür gibt es Moskitonetze?

Nunja, sicherlich gibt es auch eine ganze Reihe Nachteile. Skifahren in Deutschland wird bis 2100 durch das Verschwinden der Gletscher in den Alpen nicht mehr möglich sein. Hitzewellen und Dürren würden den Schiffsverkehr durch Niedrigwasser in den Flüssen, den Autoverkehr durch die Asphaltschmelze auf den Straßen lahm legen und Kraftwerke müssten wegen mangelndem Kühlwasser abgeschaltet werden.

All das sind zwar nur Visionen, die aus Vergleichswerten und Berechnungen einer unberechenbaren Welt entstanden sind, doch gerade das macht den Klimawandel so schlimm. Keiner weiß genau was kommt, nur eines wissen wir, wenn wir nicht aufhören, könnte das Baden von der Terrasse aus, umschwärmt von Moskitos, bald zum Alltag gehören. Und so sicher, dass ich das tatsächlich möchte, bin ich mir nun doch nicht!

Judith Schomaker

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